Angewandtes Empowerment durch Yoga (und es ist wahrscheinlich nicht das, was du denkst!)

 

In meiner langjährigen Arbeit als Aktivistin und mit anderen Community-Aktiven wurde mir klar, dass es einen engen Zusammenhang gibt dazwischen, selbst „empowert“ zu sein und andere „empowern“ zu können.
Und mir fiel auf, dass oft diejenigen, die die meisten struktuellen Nachteile erleben, die größten Bemühungen auf sich nehmen, um ihre Communities und die nächste Generation zu stärken. (Wenn ich schreibe „größte Bemühungen“, ist das bitte keinesfalls zu verwechseln damit, wer oder wessen Vereine, Projekte oder Aktionen am auffälligsten oder bekanntesten sind.)

 

Was Empowerment eigentlich ist, wie es aussieht und sich anfühlt, darüber gibt es so viele Philosophien wie es Menschen gibt, die darüber nachdenken. Für manche ist empowert zu sein „wenn ich den Mut habe, zu protestieren“, für andere „wenn ich um Hilfe bitten kann“ und für wieder andere bedeutet Empowerment „wenn ich nicht um Hilfe zu bitten brauche“. Mein eigener Definitionsentwurf lautet: Empowert zu sein ist, wenn mein inneres Gleichgewicht nicht maßgeblich von äußeren Faktoren abhängt.

Mein Vorsatz für 2019: nachhaltig bei Erholung helfen

 

Toni Morrison schrieb vor über 40 Jahren:

»Die eigentliche Funktion von Rassismus ist, Dich von der Arbeit abzuhalten.
Indem du immer wieder deine Daseinsberechtigung verhandeln musst, immer wieder von vorne. …«. 1

 

Wenn meine Arbeit darin besteht, Hilfe bei Heilung und Diskriminierungsabbau zu betreiben, muss ich beides als Perspektive, als langfristige und dauernde Handlung verstehen. Dafür ist Konsequenz nötig. Wie in allen Vorträgen und Seminaren der letzten Jahre so oft wiederholt: Diskriminierungsabbau ist nicht, den Diskriminierten weniger Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen als denen, die ohnehin schon überall bevorzugt werden. .

 

Im kommenden Jahr werde ich viel im Ausland sein. Die Zeit, die ich in Deutschland zubringe, will ich der *direkten* Empowermentarbeit noch viel mehr widmen als bisher.
Lernhilfen, um den Themenkomplex Rassismus zu verstehen, gibt es inzwischen reichlich inform von Büchern, Videos Hörbüchern, usw. Nichtwissen über gesellschaftliche Verhältnisse ist in unserem Informationszeitalter selbst gewählt. Jede Person, die leidenschaftlich gerne etwas über Bonsaizucht oder Aluminiumfelgen erfahren will, geht online oder in die Bücherei, informiert sich dort darüber und beginnt zu üben. Nur auf dem Gebiet struktureller Unterdrückung wird erwartet, dass die Unterdrückten vorbei kommen, um ihre Unterdrückung zu verhandeln. Dies zu durchbrechen, ist Diskriminierungsabbau.


  1. [K]now the function, the very serious function of racism, which is distraction. It keeps you from doing your work. It keeps you explaining over and over again, your reason for being. Somebody says you have no language and so you spend 20 years proving that you do. Somebody says your head isn’t shaped properly so you have scientists working on the fact that it is. Somebody says that you have no art so you dredge that up. Somebody says that you have no kingdoms and so you dredge that up. None of that is necessary. There will always be one more thing.“ Toni Morrison, Portland State, ‘Black Studies Center public dialogue. Pt. 2,” May 30, 1975.

Wien, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn im November & Dezember: Empowerment, Kunst, Kulturpolitik, Yoga! Vorträge und Workshops

Die genauen Termine und links stehen auf meiner Homepage: https://www.noahsow.de/terminelive/ Bitte weiterleiten an möglicherweise Interessierte. <3   Das dürfte es dann an öffentlichen...

Yoga-Empowerment am 31.10. in Oldenburg und 2.11. in Hannover – und eine Keynote auf dem CLINCH Festival

Oldenburg, 31. Oktober: Praxisworkshop Empowermentyoga Angewandte Dekolonisierung im Körper; Vorbeugung und Linderung von Activist Burnout. KEINE"Gymnastik"/Stretching o.ä. Alle Übungen könnnen im Sitzen...

Activist-Burnout ist real! Ein Rat (und flame) für Schwarze Aktive und Aktive of Color

 

In den letzten Wochen haben mich vermehrt junge Schwarze politisch Aktive und solche of Color auf dasselbe Thema angesprochen oder -gemailt: Sie werden in den weißen linken Gruppen, die sich als „antifa“ oder „antirassistisch“ verstehen, nicht ernst genommen. Aber lest selbst. Ich stelle mit der Erlaubnis der Person, die mir schrieb, auszugsweise die Mail und meine Antwort online.

 

Zwischenmeldung: Veranstaltungsfails und -Erfreulichkeiten aus dem echten Leben

*

Inhaltsverzeichnis:

  1. nicht gut
  2. gut

 

 

Nicht gut war:

 

Dass ich jetzt schon wieder erleben musste, wie nicht-Schwarze Mitarbeitende in rassismuskritischen Projekten diejenigen Elemente verhindern (wollen), die unmittelbar der Heilung dienen (würden).

 

Wenn ich angefragt werde zu einem Vortrag, weise ich normalerweise darauf hin, dass es gut wäre, einen Programmpunkt zu haben, der der Bestärkung gewidmet ist. Manchmal ist das inform eines Kolloquiums of Color, manchmal als Schwarzes Vernetzungstreffen, manchmal als BPoC Meditationsstunde… ganz nach Veranstaltungsart und Wunsch der Communities vor Ort.

Megafon, durchgestrichen

Die 21-Tage-ohne-Proklamieren–Challenge

Wie in der Wiener Vorlesung versprochen, hier die Challenge zum Teilen und Mitmachen.

 

 

Challenge-Anleitung:

  • – Challenge vor Zeug_innn (online oder offline) annehmen

 

  • – Homepage und Social Media Profile untersuchen und ändern (z.B. „bei mir hat Diskriminierung keine Chance“ ändern in „ich versuche, wach zu bleiben“ oder „überzeugter superwoke Feminist“ ändern in „dude übt“… Kreativität ist gefragt!)

 

  • – 21 Tage lang on- und offline nicht durchsagen, wogegen oder wie undiskriminierend oder wie anderweitig gesellschaftspolitisch überwoke wir sind, sondern stattdessen Assistenz und Ressourcen anbieten (read: hinüberschaufeln) den Menschen und Organisationen, die existenziell(er als wir) kämpfen; ihre Verlautbarungen teilen, und das alles, ohne Kekse und Aufmerksamkeit zu verlangen. (Ich seh das, wenn Leute tweeten „haben unseren Raum gratis für Empowermentprojekt vergeben und sogar die Küche aufgeräumt, yeah *feier* *schulterklopf* *aufs-Tshirt-druck*“.)

 

Wien, 20. und 21.4. – Relax- & Empowerment Session für Schwarze Frauen*Inter*Trans Community

Freitag, 20.4. von 14:30 bis 16:30 Brunnenpassage (ebenerdig). Veranstalterin: Brunnenpassage

 

Samstag 21.4 von 9:30 bis 11:30 im WUK Währingerstr.59/Stg 4/Stock 4.2 rechts im Schulkollektiv. Veranstalterin: Schwarze Frauen Community Wien

 

 

 

Kosten: freiwillig: Sonnenschein / Gutschein / Geld / Lächeln – je nach Wunsch, $ituation und Laune

 

Komm spontan, und unbedingt pünktlich, da wir ab 15h am Freitag bzw 10h am Samstag die Tür zumachen und entspannen.

 

Was du brauchst: bequeme lockere Kleidung, Matte/Unterlage zum Liegen, Kissen zum Sitzen

 

 

Beschreibung:

 

Wakanda trifft Wanne-Eickel: 5 Dinge, die der Black Panther Film mit rassismuskritischem Veranstalten zu tun hat (Spoiler-frei) – Teil 4

Wöchentliche Blogartikel-Serie (5 Teile) mit konkreten Tipps zu diskriminierungssensibler Veranstaltungspraxis

Teil 4 von 5: Repräsentation ist super wichtig


Repräsentation ist, wenn ich zehn Jahre alt bin und in meinen Büchern und Serien sind Kinder mit ähnlichem Aussehen und ähnlichem Background, die dort nicht nur als „Problem“ oder Exot_in auftauchen.
Repräsentation ist, wenn ich Menschen sehe, die machtvoll sind (Lehrer_in, Richter_in, Politiker_in, Chirurg_in), die mein gender und meine Körperfarbe haben.
Repräsentation ist, wenn die Gesellschaft mir spiegelt, dass ich ein Teil von ihr bin. So ermöglicht Repräsentation auch überhaupt erst gegenseitige Identifikation.

 

Wenn ich nicht repräsentiert werde, sagt mir das, dass die Gesellschaft sich wünscht, ich wäre nicht mittendrin, sondern höchstens am Rand oder kurz zu Besuch. Das ist exakt die Botschaft von „Wo kommst du wirklich heeer?“ und von fehlender Schwarzer Repräsentation im deutschen Film..

Erfolgreich rassismuskritisch veranstalten – Mein Onlineseminar ist live!

Lang schon hatte ich es angekündigt und jetzt ist es endlich live: das Onlineseminar „Erfolgreich rassismuskritisch veranstalten“. Dabei ging es mir wie mit dem Schreiben von Deutschland Schwarz Weiß: Ich hatte nicht initial „Lust“, es zu machen. Das soll nicht heißen, dass der Prozess mir nichts gegeben oder ich die ganze Zeit schlechte Laune gehabt hätte. Im Gegenteil! Ich habe viel dabei gelernt und auch Freude gehabt (und Erleichterung). Was ich damit meine ist, dass die eigentliche Triebfeder einmal mehr war, dass ich etwas gebündelt öffentlich stelle, das ich ansonsten weiterhin immer wieder aufs neue erklären oder verhandeln muss, wenn ich möchte, dass schmerzhafte rassistische Situationen seltener werden.

 

[Impressionen aus dem Seminar]

 

 

Internet sei Dank ist das heute noch viel leichter möglich als vor zehn Jahren, als Deutschland Schwarz Weiß erschienen ist. Und ich bin inzwischen große/r Fan von autonomen Veröffentlichungen: Keine Gatekeeper, die die Dringlichkeit nicht nachvollziehen können/wollen. Keine Verhandlungen darüber, wie weit mensch sich zu Promotionzwecken in Talkshows erniedrigen lassen soll. Und vor allem die selbstbestimmte Monetarisierung von Widerstandswissen. Darum geht es nämlich durchaus auch.

Vorsicht bei Empowerment für Kinder und Jugendliche: „Mit Selbstbewusstsein Rassismus entgegentreten…“ (aka: „Hör nicht auf die. Sei stark.“)

Vorab: Dieser Artikel bezieht sich auf das ‚Fördern‘ von Selbstbewusstsein. Es gibt auch Selbstbewusstseinsarbeit, die sich mit augenscheinlich übersteigertem Selbstbewusstsein (entitlement) beschäftigt, hierum dreht sich dieser Text nicht.


 

 
Es ist eine tolle Sache, Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstbewusstsein zu unterstützen.

 

 

Hier ein paar ganz raue Regeln für alle, die etwas zu ‚Selbstbewusstsein‘ von Kindern und Jugendlichen of Color organisieren wollen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit I-:

Nachbetrachtung und das Recht auf Desinteresse

 

Nachtrag vom 4.1.2014, aufgrund mehrerer Nachfragen:

 

Dass ich in meiner eigenen Publikation dazuschreiben muss, dass sie sich selbstverständlich auf meine Sprechperspektive bezieht, sagt viel Unschönes über den Stand des gesellschaftspolitischen Verständnisses derer aus, die dennoch am lautesten mitreden wollen. Noch dazu bei diesem! post. Diese Menschen gehen sogar dann von einer weißen Norm als Sprechposition aus, wenn ein Text von einer Schwarze Frau geschrieben wurde. Auf Selbstmarkierungen, die auf diesem Weg aber erzwungen werden sollen, zu verzichten, ist ebenfalls: ein Akt politischen Widerstands.

 

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post vom 7.4.2013:

 

Und es ist doch immer wieder schmerzhaft auffällig, dass die, die sich individuell vorkommen wollen, während sie uns nur als Vertreterinnen eines Kollektivs wahrnehmen und als Schablonen für ihre eigenen absurden Phantasien, dass genau diese Menschen in Wirklichkeit die am wenigsten individuellen sind, sondern reine Klischeeaufführungsmaschinen.

Die sind die wahren semi-Individuen, mit ihrer kaputten rassistischen sexistischen Sozialisierung und einem lebenslangen Kampf dafür, sich entscheidenden sozialen Lernprozessen konsequent zu verweigern, um sich nur ja nicht aus dem gemütlichen Ausruhen auf

Meine CD des Jahres: „1884“!!

So ernst das Thema klingt, so viel Laune und Empowerment ist auf der CD. Macht Euch selbst einen Höreindruck, leider sind nicht so viele Titel zum Reinhören online, aber die Scheibe geht ab ohne Ende und macht (ja, auch unter den Umständen) richtig Spaß!

Das Projekt, das dahinter steckt, ist ebenfalls einmalig und ganz schön weit vorne. Das begleitende Booklet, mit Zeitlinie, Geschichtenachhilfe und vielen Infos, gibt es wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch. Danke, WdK!

Und hier die Story dazu:

Auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck fand vom 15. November 1884 bis 26. Februar 1885 in Berlin die sogenannte „Afrika-Konferenz“, manchmal auch „Kongokonferenz“ genannt, statt. Ihr Schlussdokument, die „Kongoakte“, war Grundlage für die Aufteilung Afrikas in europäische Kolonien. Die Folgen dieser Konferenz bestimmen die Geschichte und Geschicke des afrikanischen Kontinents bis heute.

1884 – Music-History-Project

125 JAHRE NACH DER BERLINER KONFERENZ

Die MusikerInnen des Projektes 1884 wollen mit den Songs auf der CD 1884 ein Bewusstsein für die bis heute wirksamen und oftmals verhängnisvollen Folgen der