SISTERS-Tour-Report Part 3: BERLIN, ZÜRICH

JAWOLL! Auch dieser Blogeintrag beginnt erst mal mit einer guten Nachricht und zugleich Action-Aufforderung: IHR HABT UNS IN DIE N-JOY TOP 10 GEBRACHT!! DANKE!!!
Jetzt einfach weitermachen, damit unsere Hymne ‚UNITE‘ in diesem ehrwürdigen Ambiente bestehen bleibt. Also: wir würden uns ernut freuen, wenn Ihr auch diese Woche wieder für uns VOTET!! Hier bei www.N-Joy.de!! Klick – SISTERS – DANKE!!

Soo.. jetzt zum Tourtagebuch:

25.9. Berlin

„Berliiin, Berliin, wir faaaahren nach Bärliinn.“ Mittags Ankunft an der Arena. Hier drin könnte man eine Show mit 12 Pferden und 3 Elefanten machen, so groß ist der Saal. Wir spielen gottseidank nebenan im „Glashaus„, denn Pferde, Elefanten und venezianische Gondeln, die von der Decke gelassen werden… haben wir für diese Tour nicht direkt vorgesehen.

In der Hauptstadt hat natürlich jede Bekannte, KollegInnen und FreundInnen. Die werden jetzt alle angerufen und eingeladen. Euch können wirs ja sagen: den größten Spaß des Nachmittags hatten wir unter der Dusche!

Wir sangen in Duschgel-Tuben 80er Jahre-Hits wie „I wanna dance with somebody“, „do you really want to hurt me“ und „self control“ und dankten unseren großen Schwestern nachträglich für den jahrelangen Pop-Terror: dieses sagenhafte Liedgut wäre uns ja sonst verschlossen geblieben. Benjamin Blümchen schön und gut, aber brauchbare frühkindliche musikalische Sozialisierung ist was anderes. Alphaville hingegen… äh, anderes Thema.

Immer mehr bekannte Gesichter drängeln sich so langsam im Vorraum des Glashaus. Für Noah macht das gar keinen Unterschied, denn sie ist bereits ein Nervenbündel. Die Band „Jingo de Lunch“ hat ihren Besuch angemeldet. Frontfrau Yvonne ist mit Abstand die Vorreiterin der deutschen AfroPunk-Abteilung und damit ganz vorne in der Heldinnen-Hall-of-Fame.
Wir sagen zum Verlauf der Show nur so viel: BERLIN, IHR WART DER HAMMER!!!! So viele Sisters am Feiern und Abtanzen (und das in der verwöhnten Hauptstadt), so dermaßen geile Stimmung und -man verzeihe uns an dieser Stelle kitschige Vokabeln, aber hier passen sie einfach – Love, Goodvibes & UNITY – Ihr habt uns Sisters sozusagen nochmal richtig schriftlich gegeben, dass Ihr bei uns seid und wir bei Euch und dass das alles zusammen was viel größeres ist als nur die Summe der Teile. Und das haben wir uns ehrlich gesagt seit 2001 in dem ein oder anderen kühnen Traum durchaus vorgestellt. Dass das jetzt eintritt, finden wir ganz groß. Wir machen das alles für Euch und für uns, und sehen jeden Tag mehr, dass das in Wirklichkeit gar kein Unterschied ist.
Jetzt sind wir aufgedreht, glücklich, auch ein bisschen stolz, und freuen uns schon auf die Reise zu Namusokes Heimspiel, nach Zürich!!

26.9. Zürich

Tja, erst mal über die Grenze kommen :-) Da ein Bus voller afrodeutscher Künstlerinnen zu vielfältigen Assoziationen einlädt, sind wir ein wenig nervös, ob nicht vielleicht Grenzbeamte unsere Wäsche und unsere MakeUp-Sachen durchsuchen und auch vor Sisters-internen Betriebsgeheimnissen nicht Halt machen werden. Gottseidank gibt es keine derartig intimen Kontrollen, sonst wäre so einiges aufgeflogen, zum Beispiel wer die Zahnpastatube noch kaum benutzt hat, welche der Frauen einen Flachmann mit karibischem Rum mitführt oder wem die Ben Stiller DVD gehört. Nicht auszudenken, wenn unser Sisters-Masterplan den Regierungsbeamten in die Hände gefallen wäre! Niemand darf davon erfahren…
Nach zwei weiteren Kannen Pfefferminztee kommen wir in Zürich an. Nikki ist dermaßen heiser, dass für sie der Ausnahmezustand ausgerufen wird: 12 Leute überwachen, dass sie ja nicht spricht, immer den dicken Schal um hat und genügend Wasser trinkt. Das Moods in Zürich verwöhnt uns direkt mit feiner Akkustik, Schokolade backstage und netter vor-Ort-crew. Nikki wird zum Stimmbänder-schonen vom Soundcheck verbannt.
Auf einmal befinden sich haufenweise freundliche Leute im Saal. Wie, schon 20:45 Uhr?? Oha! Schnell werden die letzten Feinjustierungen vorgenommen: schminken, Setliste kopieren, und unser gemeinschaftliches vor-dem-Konzert-Ritual. Dann gehts los. Namusoke wird ordentlich gefeiert, aber auch Meli kennen viele noch von ihren Schweiz-Konzerten mit „Skills en Masse“. Wir sind beeindruckt vom guten Sound; das Konzert ist wie immer laut und energiegeladen, wir genießen die classy Atmosphäre, rockenden SchweizerInnen, und der Dancefloor ist eröffnet.
Während das Moods groovte, saßen zwei von Onejirus Tanten oben auf der Galerie, in schön schicken Ledersesseln, Flasche Wein auf dem Tisch, und kuckten zu. Das erinnert etwas an Waldorf und Stadler, nur mit wesentlich mehr Schönheit und Würde. Wir dürfen die beiden Damen nach dem Konzert kennenlernen, und sind stolz darauf, dass auch diese SISTERS-Generation dabei ist, uns versteht und ihren Support ausspricht.
Jetzt aber schnell an den Signiertisch. Deutschrap-Pionier und Legende Torch aka Haitian Star lebt inzwischen in Zürich und ist zum SISTERS-Konzert vorbeigekommen, was uns sehr freut. Die Leute, die wir am Signiertisch kennenlernen, sind eine ganz internationale Truppe. Einige diskutieren, ob das Durchschnittsalter der DiscobesucherInnen in London höher sei als in Zürich oder New York und wir sind beeindruckt. Internationale Schwesternschaft ahoi! Ein angeheiterter junger Mann macht uns Komplimente über unseren „Che Guevara Song“. Erst nach zwei Rum-Cola verstehen wir, dass er damit unsere Single „Gender Riots“ meint. Er ist sichtlich enttäuscht, dass er das falsch verstanden hat und geht nach Hause.
Die Band hat immer noch keinen Namen. Dafür tanzen sie inzwischen wie Boney M. Unser Tonmann Robert vereinbart mit Noah eine dance-Battle für den nächsten Abend. Na das kann ja was werden. Eine Dance-Battle in Jena?? Aber lest selbst…. im nächsten Eintrag.

No Comments

Post a Comment