SISTERS-Tour-Report Part 2: Düsseldorf, Karlsruhe

23.9. Düsseldorf

Heute geht es endlich wieder auf die Bühne. Nachmittags los zum Soundcheck. Nieselregen. Na toll. Die Oktoberfest-Phantasien rund um den Biergarten des Zakk lösen sich in nassen Kapuzen und Matschflecken auf den schönen neuen Sneakers auf. Grr. Dafür ist die Zakk-crew nett wie immer. Für Meli ist es hier ein Heimspiel. Aber auch Schwester O. hat Grund zur Nervosität: ihre Eltern haben sich zum Konzertbesuch angekündigt! Die meisten Gäste kommen erst kurz vor Showtime, darunter auch Fotografin Laurence Voumard (die die geilen Fotos für die coolen Plakate gemacht hat!), Melis großartige Band „Ischen Impossible“ und Rapstar Shelly Quest. Ohje, noch mehr Leistungsdruck. Schließlich beurteilen Kolleginnen und Eltern einen ja nach ganz unterschiedlichen Kriterien. Damit geht jede SISTER anders um. Noah beispielsweise fordert Shelly Quest direkt zum Bizepsvergleich.

Und Melis ruhelose Runden im Backstage-Raum (Beruhigung durch Bewegung, funktioniert aber kaum) summieren sich auf ca. 5 Kilometer. Puls nach eigenen Angaben „ca. 130 Trillionen bmp“. Unsere männliche Begleitband möchte unter anderem einen Bandnamen für die Tour. Ideen wie „The Turnons“, „The Sissies“ oder „The Factory“ werden aber schnell wieder verworfen. Jetzt ist auch keine Zeit mehr dafür, denn es ist Showtime!

Mit „Gender Riots“ startet das Set. Beim ersten Lied von Backstage auf die Bühne zu stürmen, ist immer ein bisschen wie Weihnachtsgeschenke auspacken: ordentlich schütteln und dann kann man erst sehen, was drin ist.

Das Düsseldorfer Publikum war in der Tat nicht leicht zu beeindrucken. Aber nach dem 3. Song war das Zakk am Tanzen. Yeah! Spätestens ab Namusokes Hit „Murder Time“ war dann im bootyshaking department alles zu spät.

Da Meli wegen des Heimspiel-Faktors auf extra-Adrenalin war, ging das Ischen Impossible Cover „ha ha ha Hits“ ab ohne Ende. Okay, mal abgesehen von Noahs Tanzeinlage, die leider zu stark von der Ausgburger Puppenkiste beeinflusst war und ihr direkt ein Ticket für den Recall versaute.

Den Abend ließen wir wie gewohnt am Signiertisch ausklingen. Cheers Düsseldorf, Zakk, Ischen und alle Freundinnen & Freunde, die da waren! – Next Stop Karlsruhe.

24.9. Karlsruhe

Die Versuchung, sich ausschließlich von Keksen und Prosecco zu ernähren, ist auf Tour groß. Gut, dass es im „Tollhaus“ so was wie eine Rückführung in die Zivilisation gab: tolles Essen, und Platz um auch mal die Beine auszustrecken.

Als wir mittags ankamen, sahen wir, dass die Bude gerade frisch renoviert worden war. Wir durften sozusagen die Duschen dort deflorieren, cool! Die Renovierungsmaterialien, die noch überall backstage standen, nutzten wir spontan für die Errichtung mehrerer Skulpturen.

Jetzt macht sich das Tourleben langsam bemerkbar: das Vokabular schrumpft, die Witze werden für Außenstehende unverständlich, und man muss „Meetings“ einberaumen, damit sich mal alle auf einem Fleck befinden und reden können.

Bei einer Elfköpfigen MusikerInnenschar ist es gar nicht so leicht, eine Informationskette zu bilden. Ein bisschen wie Flüsterpost. Eine sagt „du, da draußen stehen schon die Leute“ und hinten kommt an „du, nach Hause gehn wir nur als Bräute“, so was in der Art.

Die Karlsruher präsentieren sich uns in der „Tollhaus“-Aula zunächst als sympathische crowd, die sich eher durch wohlwollendes wippen („wer sitzt da hinten noch auf der Treppe?? Steh auf!!“) und Kopfnicken-mit-geschlossenen-Augen hervortun als z.B. mit Gegröle oder spontanen Zwischenrufen (Berlin, wir zählen auf Euch!). Ab Mamadees Disco-Knaller-Geheimwaffe „Hope“ war dann aber direkt Tanzen und Feiern angesagt. Wir haben den Eindruck, dass hier eher konzertant genossen wird als wildromantisch. Nice.

Abends im Bus lange Gespräche, Diskussionen sowie Organisationsfragen und Troubleshooting. Es passieren natürlich immer unvorhersehbare Sachen auf Tour (okay, außer bei den Flippers vielleicht), und die müssen wir regeln. Da wir SISTERS auf Tour unsere eigenen Chefinnen sind (nein, es gibt keinen dicken alten Mann im Hintergrund, der uns Konfekt schickt, Excel-Tabellen erstellt und unsere Tageseinnahmen abnimmt), gehört auch diese Seite für uns zum Tourleben dazu. Zum Glück haben wir für die Angelegenheiten rund um die Produktion der Konzerte unsere liebe Freundin und große Sister Murielle dabei. Sie ist entscheidend dafür, dass wir nicht gleichzeitig duschen, die Setliste ordnen und mit dem Veranstalter den WLAN-Schlüssel besprechen müssen. Wir sind sehr froh, dass sie dabei ist. Außerdem spricht sie fünf Sprachen fließend, kann aber in 10 verschiedenen Sprachen „raus aus dem Bus, ihr habt jetzt ein Interview, los los los!!“ sagen. Beeindruckend.

Next Stop BUNDESHAUPTSTADT BERLIN, soon to come…

Gender Riots Tour ’08:

18.09.2008 D-Frankfurt, Brotfabrik »»» http://www.brotfabrik.info

20.09.2008 D-Freiburg, Jazzhaus »»» http://www.jazzhaus.de

23.09.2008 D-Düsseldorf, Zakk »»» http://www.zakk.de

24.09.2008 D-Karlsruhe, Tollhaus »»» http://www.tollhaus.de

25.09.2008 D-Berlin, Glashaus / Arena »»» http://www.arena-berlin.de

26.09.2008 CH-Zürich, Moods »»» http://www.moods.ch

27.09.2008 D-Jena, Kassablanca »»» http://www.kassablanca.de

28.09.2008 D-Hamburg, Fabrik »»» http://www.fabrik.de

Clip von Sisters Live zum ankucken/Vorgeschmack (man muss ein bisschen warten bis der Clip losgeht):

http://bunch.tv/index.php?step=flash&deeplinkbunch=ondemand&i1=1006145

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