Reisebericht 16.3. Auftritt beim Y’A Bon Award, Paris, mit Honeychild

Reiseblog

Zu meinem Auftritt am 16.3. in Paris sag ich nur so viel:

WAHNSINN.

Und Thuram war da.

Super Comedy, faire Preisverleihung. Mit Honeychild und mir als Musik-Act!! Wir beide haben uns zwar schon öfters durchs Moshpit geschubst und gegenseitig bei Konzerten besucht, letztes Jahr in Brooklyn sogar in derselben Rockshow gespielt – sind aber noch nie miteinander im selben Song aufgetreten. Dass Honeychild bei dieser Awardshow in Paris die Gitarristin für mein Akkustikset gibt, ist sowieso der Hammer, denn sie wohnt in New York. Als ich sie anmailte ob sie mir zufällig GitarristInnen in Paris empfehlen kann, meinte sie „ja, ich. Ich bin gerade auf Europa-Tour“. So hüpfen wir quietschend auf und ab, als wir uns nach über einem Jahr endlich wiedersehen und dann auch noch mit gemeinsamem Auftritt.
Einen Überraschungsgast hat sie auch noch mitgebracht: Kelsey, Sänger der legendären Supergroup „Pillow Theory“, der ausgerechnet den Song, den Honeychild und ich heute spielen, letztes Jahr in BAM am King’s Day geklampft hat, mit ebenfalls mir als Sängerin! Sind wir einfallslos oder transkontinental vernetzt? Warum ist er überhaupt in Paris? Ahh – die Liebe. Nee, Is klar.

Auf alle Fälle wissen wir, was gut ist: Flasche Weißwein wird geholt, geköpft, dazu gibts stilecht Baguette und Camembert, s’il-vous-plait.

3 Stunden vor der Show erfahren wir, dass wir noch einen Song mehr spielen können, und erfinden eine spontan-acousticpunk-Version meines rocksongs „dark star“ bzw „ganz allein“, auf englisch und deutsch im selben Lied.

Les Indivisibles haben einen tollen Job gemacht. Der Award war ein voller Erfolg. Alle gut drauf, Botschafter im Haus, Promis schick, die Bösen gehauen, Mission accomplished. Musikerinnen glücklich, Thuram anwesend, Freunde und Familie haben Spaß gehabt.

Überhaupt ist das Größte, wenn so wie an diesem Tag meine Welten zusammen kommen: der braune mob, die Geschwister, die Freundin, die weit weg lebt; Deutschland, Frankreich, New York: auf einmal alles am selben Ort vereint, das flasht und macht ganz.

Auf dem Weg zum Aftershow-Feiern hält eine sympathische Lady neben uns mit dem Auto an und kurbelt ihr Fenster runter. Sie sei die französische Synchronstimme von Whoopie Goldberg, außerdem Sängerin, und wir sollten uns mal ihre CD reinziehen! Nice. Sie heißt Maik Darah.

Ab in die Bar. Honeychild will ihre Sprachkenntnisse reaktivieren und bestellt als Wein statt „Sauvignon“ „sans viande“ („vegetarisch“). Überhaupt der Wein; Ich beschließe spontan, eine Band namens „Vinosaur Jr.“ zu gründen und der Coldplay-Hit „somewhere only vino“ geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Die Bar „claire de la lune“ zeichnet sich durch international gemütliche Atmosphäre aus (dunkel, unkitschig, musikerfreundlich). Kelsey konstatiert: „I love this place! It’s like Williamsburg with culture!“.

Eine Einheit behelmter PolizistInnen mit Schildern, Knarren, Schlagstöcken und allem Drum & Dran, marschiert die Straße lang. Ich fühle mich wie zuhause. Außer dass ein Giraffensticker im Fenster die Szene extra-surreal macht.

Ein Schuss fällt. Ich hechte nach Draußen, in der Hoffnung, endlich mal ein echtes französisches brennendes Auto zu Gesicht zu bekommen! und werde leider enttäuscht. Die Cops sind nur für Dreharbeiten welche. Dann gibt es vielleicht in Wirklichkeit auch keine Giraffen, die ihren Körper verkaufen…. auf nichts kann man sich mehr verlassen heutzutage.

Unsere Konversationen entwickeln sich entsprechend Pegel und Uhrzeit. „Als ich damals Statistin in dem Mc Hammer – Video war…“ ist dabei noch eine der harmloseren Einleitungen. Honeychilds unschlagbarer Ausspruch „Put a fork in my liver, I’m done“ wird in einem zukünftigen Song verbraten. Versprochen.
Kelseys Pariser Freundin zeigt ihm ausser der Liebe auch noch Pernod oder Pastis oder wie die gelbmilchige Pfütze da heißt, und nach Zapfenstreich um 2 Uhr (sind wir in München?) gehts ab in die jeweiligen Behausungen.

Honeychild zeltet bei Sax, seines Zeichens DJ, und zwar der einzige Hiphop DJ, der nicht scratcht. Sax hat sich seine hüftlangen Haare abgeschnitten, nachdem er ein paarmal zu seinen eigenen DJ-Sets nicht zur Tür reingelassen wurde. In seiner Wohnung ist auch für mich ein Couchplatz frei. Ich könnte besser einschlafen, wenn der Rucksack gegenüber mich nicht so böse anstarren würde. Schließlich gelingt es mir doch noch.

Mehr Reiseberichte folgen :)

LG

N

ps: Hier gibts Zugtickets nach Paris für 39.- € .

Tipp des Tages: Rückfahrt verfallen lassen :-)))

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