Zwischenmeldung: Veranstaltungsfails und -Erfreulichkeiten aus dem echten Leben

*

Inhaltsverzeichnis:

  1. nicht gut
  2. gut

 

 

Nicht gut war:

 

Dass ich jetzt schon wieder erleben musste, wie nicht-Schwarze Mitarbeitende in rassismuskritischen Projekten diejenigen Elemente verhindern (wollen), die unmittelbar der Heilung dienen (würden).

 

Wenn ich angefragt werde zu einem Vortrag, weise ich normalerweise darauf hin, dass es gut wäre, einen Programmpunkt zu haben, der der Bestärkung gewidmet ist. Manchmal ist das inform eines Kolloquiums of Color, manchmal als Schwarzes Vernetzungstreffen, manchmal als BPoC Meditationsstunde… ganz nach Veranstaltungsart und Wunsch der Communities vor Ort.

Megafon, durchgestrichen

Die 21-Tage-ohne-Proklamieren–Challenge

Wie in der Wiener Vorlesung versprochen, hier die Challenge zum Teilen und Mitmachen.

 

 

Challenge-Anleitung:

  • – Challenge vor Zeug_innn (online oder offline) annehmen

 

  • – Homepage und Social Media Profile untersuchen und ändern (z.B. „bei mir hat Diskriminierung keine Chance“ ändern in „ich versuche, wach zu bleiben“ oder „überzeugter superwoke Feminist“ ändern in „dude übt“… Kreativität ist gefragt!)

 

  • – 21 Tage lang on- und offline nicht durchsagen, wogegen oder wie undiskriminierend oder wie anderweitig gesellschaftspolitisch überwoke wir sind, sondern stattdessen Assistenz und Ressourcen anbieten (read: hinüberschaufeln) den Menschen und Organisationen, die existenziell(er als wir) kämpfen; ihre Verlautbarungen teilen, und das alles, ohne Kekse und Aufmerksamkeit zu verlangen. (Ich seh das, wenn Leute tweeten „haben unseren Raum gratis für Empowermentprojekt vergeben und sogar die Küche aufgeräumt, yeah *feier* *schulterklopf* *aufs-Tshirt-druck*“.)

 

Wien, 20. und 21.4. – Relax- & Empowerment Session für Schwarze Frauen*Inter*Trans Community

Freitag, 20.4. von 14:30 bis 16:30 Brunnenpassage (ebenerdig). Veranstalterin: Brunnenpassage

 

Samstag 21.4 von 9:30 bis 11:30 im WUK Währingerstr.59/Stg 4/Stock 4.2 rechts im Schulkollektiv. Veranstalterin: Schwarze Frauen Community Wien

 

 

 

Kosten: freiwillig: Sonnenschein / Gutschein / Geld / Lächeln – je nach Wunsch, $ituation und Laune

 

Komm spontan, und unbedingt pünktlich, da wir ab 15h am Freitag bzw 10h am Samstag die Tür zumachen und entspannen.

 

Was du brauchst: bequeme lockere Kleidung, Matte/Unterlage zum Liegen, Kissen zum Sitzen

 

 

Beschreibung:

 

Wiener Vorlesungen, 19. April: „Agieren versus Reagieren – couragiert aktiv in schwierigen Zeiten“

Das alteingesessene Format der Wiener Vorlesungen wird aufgefrischt; die Veranstaltung findet erstmalig im Kunst-/Aktivismusraum Brunnenpassage statt.

 

Ich würde mich daher besonders freuen, wenn die Communities das Angebot in Betracht ziehen würden und dem Ganzen Relevanz verleihen (-:    –>> Bitte weitersagen und auch unbedingt rechtzeitig kommen, es wäre möglich, dass es voll wird.

 

Das Motto des Abends lautet „Zivilcourage“, und der Titel meiner Vorlesung:
Agieren versus Reagieren – couragiert aktiv in schwierigen Zeiten.

 

 

Donnerstag, 19. April 2018, 19.00 Uhr
Brunnenpassage, Brunnengasse 71, Yppenplatz, 1160 Wien

 

 

Wiener Vorlesungen am Brunnenmarkt

 

Impulsreferat:
Noah Sow

 

Moderation:
Claudia Unterweger,  Journalistin (ORF) und Buchautorin zur Geschichte Schwarzer Menschen in Österreich („Talking Back“)

 

Wien Perspektive: Marissa Lobo – Künstlerin, freie Kuratorin, Dozentin / Robert Misik – Journalist und Sachbuchautor

 

Wakanda trifft Wanne-Eickel: 5 Dinge, die der Black Panther Film mit rassismuskritischem Veranstalten zu tun hat (Spoiler-frei) – Teil 5

Wöchentliche Blogartikel-Serie (5 Teile) mit konkreten Tipps zu diskriminierungssensibler Veranstaltungspraxis

Teil 5 von 5: Am Anfang großer Veränderung steht die Vision.

 

Visionen bedingen nicht zwingend Veränderung, aber sie erleichtern sie. Einen Schwarzen US-Präsidenten gab es erst im Film, dann in der Wirklichkeit. Ein schmaler Pfad taucht plötzlich auf, wo vorher nur Geröll war. Es werden nicht alle blitzschnell diesem Pfad folgen, aber es schadet schon mal nicht, wenn es ihn gibt.
Ich bin davon überzeugt, dass der Film Black Panther den Schwarzen Kindern und Jugendlichen, die ihn sehen, neue Inspirationen für ihre eigene Haltung und ihr Selbstverständnis liefert. Und dass Filmschaffende in der Zukunft es leichter haben werden, ehrlicher und unmittelbarer die Allgegenwart von Kolonialismus und seinen Folgen anzusprechen. Inspiriert von einem Disney-Film (ich kann es doch selbst nicht glauben), ernsthaft. Weil er einen Pfad geschaffen hat:
– Unbequeme gesellschaftliche Wahrheiten müssen auch im großen Sci-Fi-Unterhaltungskino nicht ignoriert werden.
Das Publikum ist weder doof noch zu fragil, um es auszuhalten, wenn die Rollen mal vertauscht sind.
– Weiße Menschen können Spaß dabei haben, Afrika als nicht rückständig zu erfahren.
– Schwarze Menschen müssen in Filmen nicht wohldosiert als Clowns, Opfer oder Sexfolie eingesetzt werden, sondern können die ganze verdammte Leinwand mit diffizilen und originellen Charakteren füllen.

Und siehe da: es lässt sich sogar ein Haufen Geld damit verdienen.
Win-Win-Win.

 

Wie bringen wir den Style aus Wakanda nach Wanne-Eickel?

 

Wakanda trifft Wanne-Eickel: 5 Dinge, die der Black Panther Film mit rassismuskritischem Veranstalten zu tun hat (Spoiler-frei) – Teil 4

Wöchentliche Blogartikel-Serie (5 Teile) mit konkreten Tipps zu diskriminierungssensibler Veranstaltungspraxis

Teil 4 von 5: Repräsentation ist super wichtig


Repräsentation ist, wenn ich zehn Jahre alt bin und in meinen Büchern und Serien sind Kinder mit ähnlichem Aussehen und ähnlichem Background, die dort nicht nur als „Problem“ oder Exot_in auftauchen.
Repräsentation ist, wenn ich Menschen sehe, die machtvoll sind (Lehrer_in, Richter_in, Politiker_in, Chirurg_in), die mein gender und meine Körperfarbe haben.
Repräsentation ist, wenn die Gesellschaft mir spiegelt, dass ich ein Teil von ihr bin. So ermöglicht Repräsentation auch überhaupt erst gegenseitige Identifikation.

 

Wenn ich nicht repräsentiert werde, sagt mir das, dass die Gesellschaft sich wünscht, ich wäre nicht mittendrin, sondern höchstens am Rand oder kurz zu Besuch. Das ist exakt die Botschaft von „Wo kommst du wirklich heeer?“ und von fehlender Schwarzer Repräsentation im deutschen Film..

Wakanda trifft Wanne-Eickel: 5 Dinge, die der Black Panther Film mit rassismuskritischem Veranstalten zu tun hat (Spoiler-frei) – Teil 3

You are currently viewing this Blog in „English Language Mode“. This post is only available in German. To read this post in English, try an online translation engine like http://itools.com/tool/google-translate-web-page-translator.
– If you’d like to contribute to a translation of a blog entry, please comment.

 




Wöchentliche Blogartikel-Serie (5 Teile) mit konkreten Tipps zu diskriminierungssensibler Veranstaltungspraxis

 

Teil 3 von 5: Wir können uns ganz gut selbst retten (wenn wir nicht dauernd unterbrochen oder unterdrückt werden)

 

Im Black Panther Film sind ein paar Szenen, die klischeehaft anfangen und überraschend empowernd weitergehen. „Argh!“, habe ich mir beim ersten Ansehen gedacht, „die werden doch nicht…“ und wurde schnell beruhigt. Das ist echt nicht leicht, ohne Spoiler darüber zu schreiben, ich sag’s mal so: In Gruppen, die wir bislang in noch überhaupt keiner einzigen filmischen Repräsentation als handlungsfähig präsentiert bekommen haben, finden sich Individuen, die genau das sind: handlungsfähig, powervoll, wehrhaft. Ist natürlich im echten Leben auch so, nur bekommen wir das nie zu sehen, sondern immer nur das Gegenteil.

 

Was heißt das für Veranstaltungsplanung in Wanne-Eickel?

Wakanda trifft Wanne-Eickel: 5 Dinge, die der Black Panther Film mit rassismuskritischem Veranstalten zu tun hat (Spoiler-frei) – Teil 2

Wöchentliche Blogartikel-Serie (5 Teile) mit konkreten Tipps zu diskriminierungssensibler Veranstaltungspraxis

Teil 2 von 5: Wer darf sprechen, und wann?

Es gibt ein paar Stellen im Film Black Panther, die großes Erleichterungsgelächter hervorrufen. Das sind die Stellen, in denen Figuren (stellvertretend für uns) Sachen sagen, die auszusprechen für PoC im echten Leben schwer ätzende Folgen hat, obwohl es unaufgeregte Wahrheiten sind.
Es ist außerdem wohltuend, mal zu sehen, wie afrikanische Menschen afrikanische Angelegenheiten besprechen und klären, ohne sich dabei Vorschriften oder dauernde „Lektionen“ anhören zu müssen. Das gibt es im echten Leben selten. Auf vielen Veranstaltungen verhandeln Europäer_innen afrikanische Themen oder sprechen in Deutschland Geborene als Hauptredner_in zum Thema „Flucht und Migration“. Das können, sollten wir ändern.

 

Wakanda Know-How für Wandsbek und Wanne-Eickel:

 

  • Wer zuerst auf die Bühne kommt, repräsentiert. Wer dort zuerst gegrüßt und angekündigt wird, ist offiziell wichtig™. Es ist nicht egal, wer zum Publikum das Grußwort sagt, und noch weniger egal ist es, wer auf der Veranstaltung das letzte Wort hat (Tipp: bitte nicht Karl-Günther). Hier können wir vieles anders als bislang machen und damit signalisieren, wessen Perspektiven [uns] wichtig sind. Das Publikum reagiert stark darauf, wer einführt, als Autorität gilt, und die Verabschiedung macht. Das alles spiegelt auch wieder, wer sich aus Sicht der Veranstaltenden überhaupt mit dem Event identifizieren können soll.