Nachbetrachtung und das Recht auf Desinteresse

 

Nachtrag vom 4.1.2014, aufgrund mehrerer Nachfragen:

 

Dass ich in meiner eigenen Publikation dazuschreiben muss, dass sie sich selbstverständlich auf meine Sprechperspektive bezieht, sagt viel Unschönes über den Stand des gesellschaftspolitischen Verständnisses derer aus, die dennoch am lautesten mitreden wollen. Noch dazu bei diesem! post. Diese Menschen gehen sogar dann von einer weißen Norm als Sprechposition aus, wenn ein Text von einer Schwarze Frau geschrieben wurde. Auf Selbstmarkierungen, die auf diesem Weg aber erzwungen werden sollen, zu verzichten, ist ebenfalls: ein Akt politischen Widerstands.

 

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post vom 7.4.2013:

 

Und es ist doch immer wieder schmerzhaft auffällig, dass die, die sich individuell vorkommen wollen, während sie uns nur als Vertreterinnen eines Kollektivs wahrnehmen und als Schablonen für ihre eigenen absurden Phantasien, dass genau diese Menschen in Wirklichkeit die am wenigsten individuellen sind, sondern reine Klischeeaufführungsmaschinen.

Die sind die wahren semi-Individuen, mit ihrer kaputten rassistischen sexistischen Sozialisierung und einem lebenslangen Kampf dafür, sich entscheidenden sozialen Lernprozessen konsequent zu verweigern, um sich nur ja nicht aus dem gemütlichen Ausruhen auf ihrer unverdienten Alleinherrschaft aufschrecken zu lassen. Die mit aller Macht verhindern, sich mit ihrer eigenen Perspektive und Positionierung überhaupt zu beschäftigen, was spielend gelingt mit einem handverlesenen Referenz- und Freundeskreis aus Figuren, die exakt dieselben Interessen haben: Verhindern, dass sie ihre feigen Verortungen und ihre gehaltlosen Aufführungen in Bezug setzen dazu, wer und was wirklich von Belang ist.

Die uns nicht als Individuen sehen, sind in Wirklichkeit selbst keine.
Die uns nicht als Handelnde erkennen, sind in Wirklichkeit handlungsunfähig.
Die wollen, dass wir sie nicht anhand ihres Aufführens beurteilen, sind schon lang dazu verdammt, immer dasselbe Stück aufzuführen, wir kennen es auswendig.
Die annehmen, ihr Blick sei vorrangig, sind in Wirklichkeit die Langweiligsten und Unmaßgeblichsten.

 

Es gibt aber keine Menge an Bullshitbingos in Blogs und Literatur, keinen mehrhundertjährigen Zeitraum der publizierten Analyse und keine mit genau diesem Wissen vollgestopfte bereitstehende widerständige Gegenöffentlichkeit, die diese Art von Borniertheit, Ignoranz und Überlegenheitsgefühle beenden könnten. The last sentence intentionally works both ways.

 

Das sind nur einige der Gründe, warum sich nicht gewundert zu werden braucht, dass auf manche Durchsagen/Fragen/Rechtfertigungsversuche/Ersuche um Verständnis/Erklärungsimpulse/Entschuldigungsfehlschläge/Erklärungsimpulse/Erklärungsimpulse/Verlautbarungen/Erklärungsimpulse/ Kommunikationsaufrechterhaltungsersuche/Provokationen/Selbstbildzurechtrückungsinszenierungen/Erklärungsimpulse keine Reaktion mehr erfolgt.

 

Es ist ein politischer Akt, sich nicht jede Scheiße zu Ende anzuhören.
Es ist ein politischer Akt, nicht alles zu lesen.
Es ist ein politischer Akt, frei über die eigene Zeit zu verfügen.
Es ist ein politischer Akt, zu verweigern, schon wieder eine dominante Perspektive nachzuvollziehen.
Es ist ein politischer Akt, selbst zu entscheiden, welche Konversation zu führen ist und welche nicht.
Es ist ein politischer Akt, nicht zur Erleichterung von Gegenübern zur Verfügung zu stehen.
Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.
Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.
Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.
Es ist ein politischer Akt, für das Recht auf Desinteresse einzustehen.
Es ist ein politischer Akt, für das Recht auf Desinteresse einzustehen.
Es ist ein politischer Akt, für das Recht auf Desinteresse einzustehen.

Es ist ein politischer Akt, gut für sich selbst zu sorgen.

 

 

 

Aus der Reihe „einfach nur diese URL als Antwort senden, spart Zeit“.

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