Schreibübungen zur Vorbereitung: her damit!

Beitrag 2 in der Serie “Wir schreiben einen Roman in exakt vier Wochen” (hier geht es zu Beitrag 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Wunderschöne writing prompts von »write around town«.

“Du brauchst nicht auf Inspiration zu warten, um zu schreiben. Es ist leichter, inspiriert zu sein, während man schreibt, als während man nicht schreibt, also ist Inspiration nicht notwendig, um sich hinzusetzen und anzufangen.
Du brauchst nicht „in Stimmung“ zu sein. Ich glaube, du wirst davon profitieren, wenn du dir keine Sorgen über die Stimmung machst: zum einen wird es dir zur Gewohnheit werden, unter allen möglichen Umständen zu schreiben; zweitens, da das Schreiben dein momentanes Gemüt wiederspiegelt, wirst du viele verschiedene Gemütslagen in deinem Text haben. Die Vielfalt wird deinen Text interessanter machen. Du bist schlecht drauf? Gut, vielleicht kannst du eine niedergeschlagene Figur portraitieren. Hoch erfreut? Verschwende die Zeit nicht mit Feiern. Bring es auf die Seite.
Viele Texte leiden unter Stimmungslosigkeit; vielleicht sind ihre Autoren nur bereit zu arbeiten, wenn sie sich ruhig und ausgeglichen fühlen.”*

 

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Seit ungefähr einem Monat mache ich jeden Tag eine Schreibübung. Dabei suche ich mir absichtlich auch solche heraus, die direkt Unwillen und Gegenwehr auslösen, denn das sind die Gebiete, vor denen ich mich bisher gedrückt habe. Normalerweise erledigt sich die Gegenwehr schon nach drei Sätzen und weicht der Erleichterung, dass es gar nicht so wild ist wie vermutet, und dass mich nichts zwingt, die blumigen Szenenbeschreibungen aus der Übung später auch in einem Buch so zu machen.
Die Übungen suche ich mir aus diversen Apps, Onlineseiten und Heftchen zusammen, am liebsten mache ich eine Serie von vorne bis hinten durch, um zu verhindern, dass ich bei der Auswahl unbewusst trickse.

 

Manche Übungen (englisch: writing prompts) haben eine Zeitvorgabe, ich gehe allerdings nach der gemischten Methode vor: pro Übung eine bis drei Seiten, und maximal 20 Minuten, dabei den Fokus auf Klarheit, Präzision und Genauigkeit, nicht auf Eleganz/Style. Es ist nicht ganz leicht, alleine zu überprüfen, ob die Übung erfolgreich war, dafür sind Schreibgruppen und -Workshops sicher gut, aber die sind leider nichts für mich, also habe ich eine Methode der Eigenrevision:

 

Berlin, 3. und 4.5.2013 @ UdK:
“Traum, Privileg und Luxus” + Figmenteworkshop

Blockseminar “Traumbilder und Traumdeutung zwischen Philosophie und Kunst” der Philosophin, Regisseurin, Autorin, AV-Medienproducerin, Journalistin und Medienkünstlerin Dr. Christina Lissmann @ UdK Berlin, 3.-4.5. 2013, Hardenbergstr. 33, Raum 110

 

Noah Sow als Gastreferentin am 3. und 4. Mai 2013:

  • “Traum, Privileg und Luxus”: Kreatives Potenzial des Traumes, der frei von existenzieller Funktionalität ist.
  • Workshop “Figmente”: Aussage- und Verbindungskraft eigener Trugbilder in Ton / Bild

 

Die Teilnahme ist vorbehaltlich entsprechender Kapazitäten für Studierende aus allen Studiengängen möglich. Voraussetzung jedoch ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 12.4.2013 an: studiumgenerale@udk-berlin.de und eine entsprechende Bestätigung durch den jeweiligen Dozenten / die jeweilige Dozentin.

 

http://www.udk-berlin.de/sites/studium-generale/content/lehrveranstaltungen/sose_2013/traumbilder_und_traumdeutung_zwischen_philosophie_und_kunst/index_ger.html

Hamburg, 9.1.2013: Vortrag “Vorsicht, Falle – Strategien für eine traumafreie Begegnung mit den Medien”

Bzw. “Hilfe, ich erkenne mein Interview nicht wieder”

Selbst mit viel Erfahrung ist eine unmittelbare Medienbegegnung nur schwer manövrierbar. Damit eine solche Begegnung im potenzierten Dominanzgefälle Marginalisierte Person – Medienproduktion überhaupt eine Chance hat, ansatzweise kontrolliert und selbstbestimmt zu geschehen, sind für Angehörige von Minderheiten vielerlei Dinge zu beachten und Strategien zu entwickeln.

Es sind zumeist dieselben Praxen im dokumentarischen Filmbeitrag, Interview oder sonstigen medialen Produktionen, in denen die Dominanzkultur sich eines Themas annimmt, die “Anderssein” (sprich: Anderung) oder Widerstand beinhalten, die regelmäßig zu Ergebnissen führen, die die Be-sprochenen ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bereuen lässt, sie nicht selten traumatisiert. Diese Themenfelder sind beispielsweise Rassismus, (Cis)Sexismus, Behindertwerden. Sie werden von und für die Dominanzgesellschaft bearbeitet, Inhalte, Bilder und Aussagen nach Belieben entlang der (imaginären) Verständnisachse der Dominanzgesellschaft verzerrt, und so zum dauerhaften verfälschten Display unserer eigenen Geschichte/n / Leben /Themen. Die Auswirkungen auf die Geschichtsschreibung, Wissensproduktion, Emanzipationsbewegung und gesellschaftlichen Verhältnisse sind auf den zweiten Blick schwerwiegend.