Casting Call: ‚Punks, Asiaten und Türken gesucht‘

Dieser Screenshot ist schon etwas älter, so ca. zwei Jahre alt, gerade habe ich ihn beim Aufräumen meiner Festplatte gefunden.

Quelle: Extra Faces 2009

 

Es lässt mich nicht los! Welche Produktion könnte das sein? Und warum hat mich niemand angefragt???!

Ich hab mal ein Exposé aufgesetzt.

Albert Winterberger ist der Spross einer baden-württembergischen Industriellenfamilie. Da ihm die Aufarbeitung der betrieblichen NS-Vergangenheit zu anstrengend ist, wählt er den einfacheren Weg: er wird Punk -natürlich Vollprogramm inklusive Kontaktabbruch zu Papa usw- und darf fortan als echter Rebell gelten, über jeden Vorwurf erhaben. Er nennt sich Atze und zieht nach Hamburg. Da er es seit seinem Praktikum im familieneigenen Betrieb gewöhnt ist, den ganzen Tag auf anderer Leute Kosten herumzuhängen, gefällt ihm das Leben als freiwilliger Outlaw zunächst ganz gut. Doch dann wird es Winter…

Indira, Duyên, Suki und Murat (aus dem europäischen Teil der Türkei) sind Securitypersonal am hamburger Hauptbahnhof. „Atze“ ist ihnen schon seit einiger Zeit ein Dorn im Auge, denn er lässt beim Schnorren immer seine teuren Porzellankronen grell blinken. Außerdem hat Atze die Angewohnheiten, Menschen, die nicht weißdeutsch sind, unaufgefordert zu umarmen und sich gegen jede Form von Autorität gewaltsam aufzulehnen. Das führt beim Zusammentreffen oft zu irritierenden körperlichen Situationen, denn Indira, Duyên, Suki und Murat wissen im Voraus nie, ob sie Atze gleich werden trösten oder treten müssen. Manchmal schüttet der ‚Punk‘ ihnen nach so einer Razzia sein Herz aus: „ich fühle mich jetzt besser und gleich viel weniger als Teil der bösen deutschen Gesellschaft, danke, Suki“.
„Ich bin Duyên.“

Atzes Punkwillkür und die damit verbundene Planungsunsicherheit geht an den Kollegen aus der Securitygruppe nicht spurlos vorbei. Ihre Nerven liegen blank. Es kommt zu Spannungen zwischen den Asiaten. Doch Murat hat eine Lösung. Ende November schlägt er vor, Atze an die Stadtgrenze zu fahren um ihn dort seinem Schicksal zu überlassen.

Doch er hat die Rechnung ohne Indiras Exmann Lin gemacht.

120 Minuten
Regie: Anneliese Dunzendorfer-Arachni
Drehbuch: Nora Snow
Verleih: Warmer

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