»Deutschland Schwarz Weiß« zu schreiben, war mein Trick. – Ein Einblick in persönliche Motive 8 Jahre nach Veröffentlichung

Ein Kernbestandteil von Rassismus ist, dass er ein System erschafft, in dem die, die unterdrückt werden, dazu angehalten werden, denen, die von dieser Unterdrückung profitieren, geduldig das Phänomen zu erklären. Tun wir es, wird dadurch unsere ganze Energie gebunden und wir arbeiten uns an anderer Leute Defiziten ab. Erklären wir nicht, werden wir für den Fortbestand der Unterdrückung ursächlich mitverantwortlich gemacht. Es ist eine Verhaftung, in der wir nichts zu gewinnen haben. Eines meiner Motive, damals »Deutschland Schwarz Weiß« zu schreiben, war, aus ihr auszubrechen.

Mein Vorsatz für 2016: mehr Habitica spielen.

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Habitica ist ein kostenloses RPG (Rollenspiel), das mit Browsern oder Apps läuft. Es wurde kürzlich umbenannt, vor Mitte 2015 hieß es „HabitRPG“.

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Mein Avatar

mein Avatar mit Haustieren

 

Das HABITCA-Pixelartwork ist herzerwärmend für mich als erste-Generation-Gamerin.

 

Was ist so toll daran?

Die Erfahrungspunkte, Goldschätze, Rüstungen, Gegenstände und Level-ups hängen davon ab, wie gut sich die spielende Person an ihre persönlichen Vorsätze hält.

HABITICA ist derzeit mein lieblings-Tool um meine Ziele und Vorhaben in Sichtweite zu behalten, mich für Sachen zu belohnen, die ich zu Gewohnheiten machen will, und dabei mein konstantes Gamingfaible zu bedienen.

 

Es können dort Vorsätze, Tasks, tägliche oder wöchentliche Routinetätigkeiten oder gewünschte Angewohnheiten eingegeben werden, ganz nach Wunsch. Für eine rauhe Phase könnte das zum Beispiel sein „diese Woche drei mal aufstehen“ oder „Ich habe ein Telefonat gemacht!“ und für energiereichere Zeiten „etwas mutiges getan“, „ich habe ihr tatsächlich ins Gesicht gesehen“ oder „Badezimmer geputzt“. Alle Aufgaben oder Tasks lassen sich frei formulieren und umfangeich anpassen.

 

Die Avatare sind nicht gegendert <3 und erspielen sich unter anderem alberne Kostüme und wilde, äh, „Tiere“ (Flugschwein, Wüstenpanda, Zombie-Kaktus…)

 

Die Community und das Kollektiv, das das Spiel betreibt, bemühen sich nach Kräften, alle öffentlichen Interaktionen so umsichtig, zugewandt und safe wie möglich zu halten.

 

Es gibt „Gilden“ und Gruppen für jede Art Motivation und Gesellschaft: [Folgende Gildennamen habe ich zT übersetzt aus dem Englischen, es gibt aber auch deutschsprachige Gilden] Die Autistischen Abenteurer, die Wortschmiede, die Nerdfighter, die Angst-Allianz, die Normalos, Junge Überforderte Erwachsene, und hunderte mehr. Sie bieten Herausforderungen an, wie z.B. [übersetzt, s.o.] „was heute gut war“, „Hausputz“, „einfache Meditation“, „mach ein Telefonat“, „jeden Tag Obst“ usw., und sie haben auch Chatrooms für Aufmunterungen oder sonstiges Geplauder.

 

Was du über Literaturagenturen wissen musst – Teil 1

Seriöse Agenturen werden niemals Geld vorab verlangen. Sie bekommen einen Anteil vom Vorschuss und den Tantiemen, die der Verlag an dich bezahlt. Genau wie die Autorinnen, arbeiten auch die Agenturen auf eigenes Risiko.

 

Angestoßen von einer Frage, die mich per E-Mail erreicht hat, beginne ich somit eine kleine Artikelserie über das „behind the scenes“ von Buchveröffentlichungen.

 

„Ich will mein Buch alleine herausbringen und brauche keine Agentur.“

 

Herzlichen Glückwunsch. Über Selbstpublishing und autonome Projekte wird es hier demnächst auch gehen, ich darf Euch schon ein ausführliches Interview mit der großartigen Sharon Dodua Otoo ankündigen.

 

„Bei meinem Buch geht es unter Anderem um Diskriminierung. Ich suche eine Agentur, die sich in diesem Thema auskennt. Hast Du einen Tipp für eine solche Agentur?“

 

Agenturen, die sich auf bestimmte Sachthemen spezialisiert haben,

Schreibübungen zur Vorbereitung: her damit!

Beitrag 2 in der Serie „Wir schreiben einen Roman in exakt vier Wochen“ (hier geht es zu Beitrag 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Wunderschöne writing prompts von »write around town«.

„Du brauchst nicht auf Inspiration zu warten, um zu schreiben. Es ist leichter, inspiriert zu sein, während man schreibt, als während man nicht schreibt, also ist Inspiration nicht notwendig, um sich hinzusetzen und anzufangen.
Du brauchst nicht „in Stimmung“ zu sein. Ich glaube, du wirst davon profitieren, wenn du dir keine Sorgen über die Stimmung machst: zum einen wird es dir zur Gewohnheit werden, unter allen möglichen Umständen zu schreiben; zweitens, da das Schreiben dein momentanes Gemüt wiederspiegelt, wirst du viele verschiedene Gemütslagen in deinem Text haben. Die Vielfalt wird deinen Text interessanter machen. Du bist schlecht drauf? Gut, vielleicht kannst du eine niedergeschlagene Figur portraitieren. Hoch erfreut? Verschwende die Zeit nicht mit Feiern. Bring es auf die Seite.
Viele Texte leiden unter Stimmungslosigkeit; vielleicht sind ihre Autoren nur bereit zu arbeiten, wenn sie sich ruhig und ausgeglichen fühlen.“*

 

*

Seit ungefähr einem Monat mache ich jeden Tag eine Schreibübung. Dabei suche ich mir absichtlich auch solche heraus, die direkt Unwillen und Gegenwehr auslösen, denn das sind die Gebiete, vor denen ich mich bisher gedrückt habe. Normalerweise erledigt sich die Gegenwehr schon nach drei Sätzen und weicht der Erleichterung, dass es gar nicht so wild ist wie vermutet, und dass mich nichts zwingt, die blumigen Szenenbeschreibungen aus der Übung später auch in einem Buch so zu machen.
Die Übungen suche ich mir aus diversen Apps, Onlineseiten und Heftchen zusammen, am liebsten mache ich eine Serie von vorne bis hinten durch, um zu verhindern, dass ich bei der Auswahl unbewusst trickse.

 

Manche Übungen (englisch: writing prompts) haben eine Zeitvorgabe, ich gehe allerdings nach der gemischten Methode vor: pro Übung eine bis drei Seiten, und maximal 20 Minuten, dabei den Fokus auf Klarheit, Präzision und Genauigkeit, nicht auf Eleganz/Style. Es ist nicht ganz leicht, alleine zu überprüfen, ob die Übung erfolgreich war, dafür sind Schreibgruppen und -Workshops sicher gut, aber die sind leider nichts für mich, also habe ich eine Methode der Eigenrevision:

 

Kunst braucht keine Erlaubnis. Sie gehört Euch bereits. Interview in »other stories«

zur Jurymitgliedschaft beim Plakatwettbewerb „Mensch, Du hast Recht(e)!“ (inzwischen ein mobiles Lernlabor) der Bildungsstätte Anne Frank

Liebe Noah Sow, was hat Sie eigentlich motiviert, in der Jury zu einem Nachwuchskunstwettbewerb dabei zu sein?

Besonders motiviert hat mich die Hoffnung, eine Perspektivvielfalt in den Arbeiten, Ansätzen und Gedanken junger Leute zu sehen. Sogar in der politischen Arbeit und Bildung ist es noch viel zu oft so, dass die Mehrheitskultur „über andere“ spricht, bastelt, mahnt und proklamiert. In dem Wettbewerb habe ich die Chance gesehen, dass jetzt einmal die, um die es bei dem Thema immer geht, selbst plakativ und sichtbar werden, dass er die Stimmen derer verstärkt, die die Problematik nicht umgesetzter Menschenrechte am besten kennen, weil sie selbst darum kämpfen müssen. Menschen, die mehrfach diskriminiert werden, wie zum Beispiel junge migrantisierte Frauen, Queers die behindert werden, illegalisierte geflüchtete Jugendliche. Durch ihre vielfältigeren Erfahrungen haben sie auch mehrfache Wissenszugänge zu Politik und Gesellschaften. Denen kann keiner was erzählen. Das sind die wichtigsten Stimmen und die hört die Öffentlichkeit bislang am wenigsten an.
Es gibt auch feste Vorstellungen darüber, wer welche Kunst zu machen hat. Plakate sind von männlichen Grafikern zu gestalten. Moderne abstrakte Kunst hat aus Europa oder Amerika zu kommen. Südamerikanische Bilder haben bunt und anschaulich, leicht nachvollziehbar und fetischisierbar zu sein. Und so weiter. Ich habe mich über den Wettbewerb gefreut, weil er mithelfen kann, zu korrigieren, wie und von wem welche Art der Gestaltung überhaupt abgefragt wird.
Auch verschwenden wir in Deutschland noch viel zu oft Zeit mit der absolut albernen Frage „wie politisch ist Kunst“? Ich fand es sehr gut, dass dieses Ablenkungsmanöver bei dem Wettbewerb gar nicht erst beachtet wurde, indem er explizit begriffen und unterstützt hat, dass Kunst und Kreativität selbstverständlich immer genau so politisch sind wie die Menschen, die kreativ arbeiten, dies im Gesamtgefüge nun einmal sind.

 

In Ihrem Vortrag „Kunst ist für alle da!“ am Abend vor der Preisverleihung ging es auch um die Unmöglichkeit, Kunst überhaupt bewerten zu können – insbesondere, wie Sie halb-ironisch dazu bemerkt haben, wenn man über 30 Jahre alt ist. Dennoch haben Sie als Jurymitglied einen Weg finden müssen, Punkte zu vergeben und Favoriten zu bestimmen. Wie sind Sie mit diesem Widerspruch umgegangen – und welche Kriterien haben Sie für sich entwickelt?

NaNoWriMo – für mehr Vielfalt in deutschen Erzählungen – eine Anregung

Nano- was bitte?

 

NaNoWriMo nennt sich der US-amerikanische „National Novel Writing Month“, zu deutsch: „nationaler Romanschreibemonat“. Davon erfahren habe ich zum ersten mal im letzten Jahr. Ich war von dem „national“ schon so abgeturnt, dass ich kein weiteres Interesse daran aufbringen konnte. Vor ein paar Wochen landete ich dann noch einmal über Umwege auf einer Homepage, die sich damit beschäftigte, und habe es mir diesmal genauer angesehen – aus gutem Grund: Ich habe nämlich vor, eine neue Erzählung zu schreiben, und finde es schon schwer, für dieses Vorhaben überhaupt erst einmal einen ernstzunehmenden Zeitplan hinzubekommen.

 

Je mehr ich dann also im zweiten Anlauf doch noch über den NaNoWriMo las, desto mehr lust hatte ich, das zu machen, allerdings außerhalb von deren Forumplattform. Wenn die Idee und das System grundsätzlich als Inspiration dienen können, warum nicht? Ganz pragmatisch habe ich daher kurzerhand entschieden, den November als Schreibemonat zu adoptieren und die Informationen der Seite zu nutzen. Die Langfassung des Namens muss ich aber umbenennen, damit ich das Ganze ohne schlechte Laune betreiben kann.

 

NaNoWriMo heißt bei mir daher im folgenden: No-Alibi! Novel Writing Month. („Kein Alibi! Romanschreibemonat“)

 

 

November als Schreibemonat – Wie geht das und was soll das bringen?

 

Am NaNoWriMo teilzunehmen, bedeutet, ein Buch in einem Monat zu schreiben. Und zwar im November.

 

Warum das nicht zu 100% absurd ist, sogar machbar und sinnvoll sein kann, im Kurzüberblick:

Rechnung, Lieferschein: Liebe Kurverwaltung

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]* * * Intersektionales Kompensationsbureau * Bessergeldalsgarnichts AG * [/vc_column_text][vc_separator type="normal" position="center" up_style="px" down_style="px"][vc_separator type="normal" position="center" color="#4f4f4f" border_style="solid" thickness="3" up_style="px" down_style="px"][vc_column_text]* Rechnung, Lieferschein     Unser Zeichen:...

16. April, 14h: Radio-Hörspiel RADIO META (auch per Livestream). Jetzt vorab reinhören.

Click „more“ and scroll down for description in English. And stick through the first 20 seconds of German on the first track below. The song which follows is in English.

 

Teil der Online & Radio – Ausstellung „Ordnung // Struktur“ vom Thea.Lit Frauen.Kultur.Labor. 

 

„Radio Meta“ läuft am 16.4. von 14h bis 15h am Ansgarikirchhof Bremen und Live auf Radio Weser (auch im Livestream!). Friends of Black Humour, don’t miss.

 

 

 

Audio-Teil der Ausstellung:

– Radio Weser Internet-Livestream: http://www.radioweser.tv/index.php?id=33&L=1

– Live auf Radio Weser UKW 92,5 // Antenne 101,86

– an verschiedenen Hör-Orten in Bremen

 

Homepage der Ausstellung:

http://www.thealit.de/lab/ordnung/ordnung-struktur.html

 

Programm zum downloaden: http://www.thealit.de/system/files/Ordnung_Struktur_Programm.pdf