Yoga-Empowerment am 31.10. in Oldenburg und 2.11. in Hannover – und eine Keynote auf dem CLINCH Festival

Oldenburg, 31. Oktober: Praxisworkshop Empowermentyoga Angewandte Dekolonisierung im Körper; Vorbeugung und Linderung von Activist Burnout. KEINE"Gymnastik"/Stretching o.ä. Alle Übungen könnnen im Sitzen...

Live Vorträge: 12. Oktober Coburg, 20. Oktober Berlin

Coburg, 12. Oktober: Vortrag: "Wer spricht, wer liefert?" - Voraussetzungen für qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit Mit anschließendem Vernetzungstreffen für (post)migrantische Initiativen und Aktive   18h Casimirianum,...

Sprachgebrauch in der Causa Özil: Über „Herkunftsdeutsche“ (argh) und „Migrationshintergrund“ (doppel-argh)

Aus gegebenem Anlass fasse ich mal ein paar Gedanken von mir zu einem Blogeintrag zusammen. Mit weniger Satzzeichen und viel mehr Ausrufezeichen hatte ich ähnliches schon über Twitter gepostet. Hier die lesbarere Fassung:

 

Übernehmt bitte nicht die Vokabel „Herkunftsdeutsche“.

 

So lang BPoC (= Menschen, die nicht weiß sind) nicht als deutsch akzeptiert werden, stützt „herkunftsdeutsch“ das rassistische Narrativ. Genauso wie auch das Unwort „Migrationshintergrund“, das komischerweise nie auf weiße Schwed_innen und Amis angewendet wird1.

 

Die Vokabel „Herkunftsdeutsche“ legitimiert außerdem die Un-Frage (weil keine Frage sondern freche Platzzuweisungs- Performance) „Und wo kommst du [wirklich/ursprünglich] heeeeer™??¿“, die Weiße immer BPoC aber nicht Sarrazin und De Maizière stellen.


  1. Überhaupt haben Weiße in erster Linie dann plötzlich einen Migrationshintergrund, wenn es darum geht, sich auf Stellen in Antidiskriminierungsbüros zu bewerben, oder PoC ihre Erfahrungen abzusprechen („Ich hab auuuch Migrationshintergrund, mein Papa ist Schweizer, ich kann das beurteilen“) aber das soll ein anderes Thema sein.

Activist-Burnout ist real! Ein Rat (und flame) für Schwarze Aktive und Aktive of Color

 

In den letzten Wochen haben mich vermehrt junge Schwarze politisch Aktive und solche of Color auf dasselbe Thema angesprochen oder -gemailt: Sie werden in den weißen linken Gruppen, die sich als „antifa“ oder „antirassistisch“ verstehen, nicht ernst genommen. Aber lest selbst. Ich stelle mit der Erlaubnis der Person, die mir schrieb, auszugsweise die Mail und meine Antwort online.

 

Uni Hamburg, 20. Juni 2018: Vortrag: „Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht: Voraussetzungen für qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit“

Mittwoch, 20. Juni 18:00 – 19:00
Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5, Hörsaal A
Eintritt frei

 

Veranstaltung von : Schule – Macht – Rassismus in Kooperation mit der Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ von und mit der AG Queer Studies.

 

 

Wie in der Pädagogik gilt auch in der „Antidiskriminierungsarbeit“: gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Werden unhinterfragt Gepflogenheiten befolgt, verlaufen gut gemeinte Projekte regelmäßig kontraproduktiv.
Mit besonderem Augenmerk auf pädagogische Unternehmungen (z.B. Schulprojekte) gebe ich im Vortrag Vorschläge, wie Aktionen zum Diskriminierungsabbau qualifizierter und traumafreier verrichtet werden können, wo Fallen liegen und wie zum Zweck des Diskriminierungsabbaus die traditionellen Mittel und Wege verlassen werden sollten.

 

Zwischenmeldung: Veranstaltungsfails und -Erfreulichkeiten aus dem echten Leben

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Inhaltsverzeichnis:

  1. nicht gut
  2. gut

 

 

Nicht gut war:

 

Dass ich jetzt schon wieder erleben musste, wie nicht-Schwarze Mitarbeitende in rassismuskritischen Projekten diejenigen Elemente verhindern (wollen), die unmittelbar der Heilung dienen (würden).

 

Wenn ich angefragt werde zu einem Vortrag, weise ich normalerweise darauf hin, dass es gut wäre, einen Programmpunkt zu haben, der der Bestärkung gewidmet ist. Manchmal ist das inform eines Kolloquiums of Color, manchmal als Schwarzes Vernetzungstreffen, manchmal als BPoC Meditationsstunde… ganz nach Veranstaltungsart und Wunsch der Communities vor Ort.