Eine ähnliche Erfahrung habe ich 2005 gemacht, als Nazis in einem IC von Hamburg nach Berlin die Party zu Hitlers Geburtstag auslaufen ließen. Da war es allerdings so, dass Beamte vom Bundesgrenzschutz von vornherein anwesend waren, aber vorzeitig ausstiegen um die Nazis mit den Opfern im Zug noch eine Station alleine zu lassen.
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Mit äußerster Brutalität
Die Opferberatung Mecklenburg-Vorpommerns und die taz veröffentlichen Augenzeugenberichte des Naziüberfalls auf einen Zug bei Pölchow
PM/hk
Mehrere Verletzte sind die Folge eines brutalen Überfalls von Neonazis auf einen Zug nach Rostock am 30. Juni 2007. Mit Zaunlatten schlugen die offenbar gut auf ihren Angriff vorbereiteten Täter auf Erwachsene und Kinder ein und warfen eins ihrer Opfer eine Böschung hinab. Polizei? Fehlanzeige.
Der Angriff ereignete sich in dem Dorf Pölchow, wenige Kilometer vor Rostock. Etwa 70 Menschen wollten an den Gegenveranstaltungen zu einem NPD Aufmarsch teilnehmen und stiegen in Schwaan in den Zug in die Hansestadt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich etwa 100 Neonazis in der Bahn. Zeugen machten unter ihnen auch die NPD-Landtagsabgeordneten Udo Pastörs, Stefan Köster und Tino Müller aus.
Am Haltepunkt Pölchow starteten die Neonazis ihren offensichtlich gut vorbereiten Angriff. Sie sperrten Fluchtwege ab und drangen von mehreren Seiten in den Zug ein. Ein Rechter mit Militärmütze und Lederhandschuhen, der bereits mehrmals vor dem Neonazi-Laden in Rostock gesehen wurde, brüllte: “Jetzt seid ihr dran”.
Daraufhin zerschlugen die Neonazis mehrere Scheiben, zogen mit äußerster Brutalität ihre Opfer einzeln aus dem Zug, traten und prügelten mit Zaunlatten auf sie ein. Ein Opfer wurde über einen Zaun eine mehrere Meter tiefe Böschung hinuntergeworfen. Mehrere Personen wurden bewusstlos geschlagen und hatten nach dem Angriff Gedächtnislücken. Ein Kleinkind erlitt Schnittwunden durch die eingeschlagenen Scheiben. Auf dem Bahnsteig lagen ganze Büschel ausgerissener Haare der Opfer. Zeugen berichten, dass die Neonazis ihren Angriff mit Digitalkameras und Handys fotografierten und filmten.
“Wir konnten über einen Zaun springen, vor den Nazis weglaufen und bei einer Anwohnerin die Polizei alarmieren”, erzählt einer der Anwesenden. “Ich trug nur leichte Verletzungen von Schlägen davon. Jene, die nicht fliehen konnten, waren der hemmungslosen Brutalität der Nazis jedoch schutzlos ausgeliefert. Ich hatte Angst, dass jemand den Angriff nicht überleben könnte.“
Polizei kam erst nach 30 Minuten
Augenscheinlich befanden sich keine Polizeibeamten in dem Zug, die die Anreise der Neonazis zu überwachten oder gegen den Angriff einschritten. Erst nach 30 Minuten trafen Polizeieinheiten in Pölchow ein. Statt gegen die rechten Angreifer aktiv zu werden, nahmen sie die Personalien einiger Betroffenen auf und begannen damit, sie zu filmen. Festnahmen der Neonazis erfolgten nach Zeugenaussagen nicht. Anschließend wurden die Betroffenen zurück in den Zug gebracht und mussten mit den Tätern in einem Zug Rostock fahren. Dort wurden die Personalien der restlichen Angegriffenen aufgenommen. Zeugen beklagen, dass einige der traumatisierten, zitternden und weinenden Betroffenen von den anwesenden Polizeibeamten verhöhnt worden sind.
Die Angreifer unter anderem aus Berlin, Güstrow, Wismar, den Landkreisen Ostvorpommern und Bad Doberan konnten in Rostock unbehelligt an der Demonstration der NPD teilnehmen. Obwohl sie auf ihren Handys und Digitalkameras Beweismaterial mit sich trugen, griff die Polizei nicht ein.
Quelle: Opferberatungsvereins Lobbi e.V.
Ein weiterer Augenzeugenbericht aus der taz vom 4.7.2007
© www.lobbi-mv.de & www.mut-gegen-rechte-gewalt.de – 2.7.2007.

Ich glaube, solch ein Verhalten kann man einfach nur noch mit „Geistig schwer gestört“ bezeichnen. Und die Polizisten sind hier in Deutschland ja sowieso überfordert und unterqualifiziert.
..das trifft es wohl nicht ganz, es geht weder um ‘schwer gestoerte’ Rechte noch um ‘unqualifizierte’ Polizisten, das Konglomerat der Rechten ist planvoll, organisiert und, wie man vermuten muss, bis in die lokale Polizei hieneinreichend, interessant, dass dieser Fall nicht wirklich publik wurde, er zeigt nur, auf wie duennem Eis der Rechtsstaat agiert, ist die Exekutive erst im Pakt mit Gewalttaetern, gibt es kaum ein Zurueck mehr. Es ist bekannt, dass die Polizei etwa in Sachsen, aber auch in Meck-Pomm, den Rechten sehr tolerant, fast wohlwollend gegenuebersteht, ich war selbst Zeuge solcher Verdrehungen durch die anrueckende Polizei, als in Prenzlauer Berg etwa die Baenke eines italienischen Restaurant-Besitzers demoliert wurden, der kahlgeschorene Polizist sagte nur: ‘das koennen doch auch ganz andere gewesen seien’, die objektiven Taeter (ich war Zeuge) standen drei Meter entfernt und rechtfertigten sich mit: ich wohne seit siebzehn Jahren hier.