der DFB hilft bei der Integration mit! super.
Gleichzeitig könnte der DFB ruhig mal dabei mithelfen, Rassismus zu bekämpfen.
Zum Beispiel so:
- es gibt vom englischen Fussballbund eine 0800-Nummer, an die man rassistische Vorkommnisse in Stadien melden kann und soll. Ein Team versucht dann nach Kräften, die Vorfälle aufzuklären und arbeitet darauf hin, dass derartiges an diesem Ort in dieser Form nicht wieder vorkommt. Gleichzeitig werden die Vorkommnisse archiviert und finden Eingang in die Statistik.
- wenn Spieler vor dem Spiel Erklärungen für Null Toleranz gegenüber Rassismus vortragen, ist das sicher eine gute Sache. Aber es wirkt oft inszeniert und auswendig gelernt und damit erreicht es einen unter Umständen nicht wirklich. Noch toller wäre es bestimmt, wenn die Fussballspieler, die wirklich etwas gegen Rassismus tun wollen, künftig in jedem Interview in einem Nebensatz erklären, dass sie persönlich Rassismus verurteilen und keinen Bock auf Idioten mit rassistischen Sprüchen im Stadion haben. Das erreicht die, die sich angesprochen fühlen sollen, viel eher, weil sie sich dadurch persönlich von “ihren” Spielern gedisst fühlen.
- der DFB könnte auch wie in Frankreich VIP Gäste, Ehemalige und Zuschauer dazu ermutigen, mit “kein Rassismus im Stadion”-Postern in TV-übertragenen Spielen herumzusitzen.
- oder eine Presseerklärung veröffentlichen, auf denen sie eindeutig und im Klartext gegen Rassismus stellung nehmen
- und wenn sie es wirklich ernst meinen: einen 10 Punkte Plan ausarbeiten, wie von der Fanarbeit/Basis ausgehend Programme gegen Rassismus fruchten können. Hierzu kann man ruhig auch mal erstmalig Experten hinzuziehen, d.h. Leute, die sich mit so was auskennen und für Arbeit gegen Rassismus geschult sind. Ja, so was gibt es. Dafür muss man sich aber erst wirklich interessieren und Rassismus nicht als Kavaliersdelikt einstufen.
Ich war neulich als Zuschauerin bei einer Podiumsdiskussion mit Yves Eigenrauch (Iiiiiiiiv!!!) und Fanbetreuern von St.Pauli, HSV, Nationalmannschaft und ostdeutschen Vereinen. Alle hatten dasselbe ungute Gefühl über Rassismus im Fußball, aber niemand hatte Erfahrungen mit Arbeit gegen Rassismus oder auch nur konkrete Forderungen an den DFB. Das war schade. Statt rumzuheulen sollten die wirklich Interessierten jetzt mal strukturiert handeln. Wenn namhafte Organisationen, Promis und Fan-Verbände jetzt den DFB mit konkreten Anregungen/Forderungen angehen würden (cc an die Presse), kommt dieser sicher nicht drumrum, brauchbare öffentliche Programme gegen Rassismus zu fahren.

Hallo Noah,
ich habe nun einige Deiner Blog-Einträge gelesen. Hier gelandet bin ich, als ich auf der Suche nach (weiteren) schwulen Profi-Kickern war. Spannend, Dein Blog..! Und da fiel mir dann dieser Eintrag auf. Die, die ich bisher gelesen hatte, bezogen sich auf schwule Fußballer (waren zwei), dieser hier auf Rassismus. Ich hatte mich bereits selbst schon an die FIFA gewendet, als es im vergangenen Jahr um die Erklärung “Nein zum Rassismus” ging, in dem jedoch “Diskrminierung” angeprangert wurde und die beiden Begriffe recht indifferent genutzt wurden (zumindest aus meiner Sichtweise). Worauf ich hinaus will: Die FIFA sollte sich generell gegen Diskrminierung aussprechen – wobei dann natürlich Handlungen auf Grund von Rassismus oder der Ablehung der sexuellen Orientierung inbegriffen wären. Ich bin davon überzeugt, dass “Gruppen”, die Gefahr laufen, im Umfeld des Fußballs diskrminiert zu werden, sich zusammen tun sollten…und plötzlich würde ein Teil der jeweiligen Gruppe feststellen, dass sie evtl. hin und wieder einen anderen Teil einer anderen Gruppe auch diskrminiert – manch schwuler Mann hat Probleme mit Menschen anderer Hautfarbe, heterosexuelle Schwarze z.B. haben teils Vorbehalte gegenüber schwuler Männer.. und so lässt sich das fortsetzen mit anderen Gruppierungen. Es würde in die Richtung gehen: “Jeder ist Ausländer – fast überall” – denn (fast) jeder würde ganz schnell realisieren, dass er in irgendeiner Form in den unterschiedlichsten Umfeldern einer Randgruppe angehört. Wichtig fände ich es, wenn sich bekannte Persönlichkeiten hier in einer Initiative organisieren und nicht etwas der LSVD und die ISD zusammenfinden..schwarze Fußballnationalspieler (ich WETTE, die machen mit*g*), offen lesbische Fußballnatioanlspielerinnen, offen lesbische Fechterinnen, offen lesbische Leichtathletinnen, offen schwule Schlagersänger, schwarze Sängerinnen und Sänger, Morgenmagazin-Moderatoren, Comedy-Experten aus dem Friedrichstadt-Palast und verschiedene Bürgermeister, Juden..mein Beitrag ist viel zu spontan, als dass ich alle vollständig auflisten könnte. Allerdings: sie müssten alle Deutsche sein. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf – wenn man also auch dem Letzten in unserer Republik klar machen kann, dass unser Volk schon allein von seiner Vielfältigkeit lebt, dann ist die Diskussion um Integration irgendwann hinfällig, da es dieses Bewußtsein um Ausländer und Deutsche, Ost und West in unserem Land eigentlich gar nicht mehr gäbe. Das zum Thema “Schlaraffenland”*g* – unsere lieben rechtsradikalen Freunde würden ja vielleicht irgendwann begreifen, dass sie eine kleine Randgruppe sind und dazu auch zu verschiedenen anderen Randgruppen wie Schwulen (!), Schulversager, Bettnässer, Stotterer uvm gehören…
Lieben Gruß,
Dirk