(siehe auch Eintrag “J-Lö, Siegfried und Roy”)
Beim ersten Kommentar “das is doch völlig egal welche sexuelle Orientierung ein Fußballspieler hat” habe ich noch nichts dazu geäussert. Aber jetzt ist schon der zweite Kommentar in dieser Richtung da, und da muss ich wohl.
Aaalso: ich glaube, dass die VerfasserInnen Heterosexuelle waren.
In einer idealen Welt, wo alle gleich behandelt und mit einem hübschen Päckchen identischer Rechte und gesellschaftlich tief verwurzelter Respektabilität ausgestattet sind.. da mag das so sein. So lang aber alle so tun, als wäre jeder automatisch heterosexuell, als gäbe es insbesondere im Fußball nur Heterosexuelle, so lange offen lesbische Kickerinnen deswegen noch beleidigt werden, und Trans-/Homosexuelle noch immer um grundsätzliche Rechte (gar nicht zu reden von wirklicher Anerkennung in allen Räumen der Gesellschaft) kämpfen müssen.. so lange ist es eher lähmend, so zu tun, als sei eine komplette Sportart heterosexuell. Natürlich fände ich es schöner, wenn es keine Rolle spielen würde. Tut es aber noch, weil es ein Politikum ist. Es geht um die Bestimmung des “wem gehört der Sport” – und da muss man eben erst mal laut “allen” rufen, bevor man dann wieder zu wichtigeren Dingen kommen kann, wie z.B. wer ein wirklich gutes Spiel macht. Das ganze erinnert mich ein wenig an die Diskussion “öffentliches coming-out ist doch überflüssig”. Meine Meinung dazu: Ist es gar nicht. Wenn unsere diversen Bürgermeister, Autorinnen und andere “WürdenträgerInnen” nicht offen homo wären, würde die Gesellschaft und eine weitere verkrampfte Elterngeneration vermutlich noch die nächsten 50 Jahre lang davon ausgehen, dass alle, die nicht Friseure oder KFZ-Mechanikerinnen sind, automatisch hetero sind. In einer gesellschaftlich sehr hoch angesehenen Position zu sein, und sich nicht als Hetero auszugeben wenn man keine(r) ist, kann vielen “Nachfolgenden” das Leben erheblich erleichtern. Fair ist das freilich nur, wenn es freiwillig geschieht.

Schwarz und Schwul
Achtung, Grundsatzreferat. Aus gegebenem, tagesaktuellem Anlaß. Einer aus dem anderen Leben – jenem außerhalb des BLOGS. Heute in der Hamburger Morgenpost – ein Bericht über Neuinfektionen bei AIDS. Fallbeispiel: Eine alleinerziehende Mutter. Ein wi…
Ja Noah,
das ist ja mal ein spannendes Thema.
Auf jeden Fall ging es irgendwann um das Thema homosexuelle Fußballer und Stefan Kuntz fand die Sache richtig komisch. Er lachte über diese Behauptung es würden Schwule in der Bundesliga spielen. Und meinte, daß das auf gar keinen Fall so wäre. Er klang dort wie ein pupertärer Junge der darüber blöde Witze macht. Mir kam es vor, als glaubte er, daß Schwule diesen “krassen Männersport” nicht ausüben könnten. Ätzend! Genau von solchen Menschen gibt es hier immer noch viel zu viele auf dieser Welt. Prollige dumme Fußballprofis halt.
Mir ist dabei direkt wieder ein Interview mit Stefan Kuntz bei Kerner oder Beckmann eingefallen. Neben ihm saß irgendeiner unserer homosexuellen TV Stars. Leider fällts mir nicht mehr ein. Im Zweifelsfalle war es wohl Georg Ücker.
Bitte outet sich doch mal jemand gegen diese Volldeppen!!