Endlich in Berlin angekommen. Am Bahnhof ist Karneval. Krapfenhaufen mit Luftschlangen und Fachverkäuferinnen mit Ohren auf sind nicht ganz leicht zu verkraften, wenn man in soziopolitischem Auftrag unterwegs ist. Noah möchte direkt umkehren und mit dem Regionalexpress nach Sachsen zurück. Mutlu überredet sie, in der Stadt zu bleiben.
Wir quartieren uns bei Mutlus Homie Deniz aka Dizzle Fo´ Shizzle My Nizzle ein. Hier geben wir unserem Programm noch den letzten Schliff. Deniz verwöhnt uns mit CousCous und selbstgemachtem Chutney.
Zeit fürn Soundcheck. Im Amerika Haus werden wir vom freundlichen Team begrüßt. Die Bühne und die Location sind riesig. Aber Mutlu hat keine Zweifel, dass wir den Laden voll kriegen. Schließlich sind wir in Berlin – Mutlus hometown. Wir kämpfen lange mit dem Beamer. In der Technik scheint der Wurm drin zu sein. Es wird live gelötet. Irgendwann kriegen wir mit vereinten Kräften die Kiste zum Laufen.
Unsere freundliche ZivildienstleistBetreuerin vom Amerika Haus, Rosie, bringt uns das beste Jamaikanische Essen, das es in Berlin zu kriegen gibt, und das auch noch bio!! Die Leute im Amerika Haus haben uns für ihren Black History Month gebucht (Info: es gibt dieses Jahr erstmals zwei BHM, von verschiedenen Veranstaltern).
Wir wundern uns, warum die OrganisatorInnen dieser einer der beiden Schwarzen Veranstaltungsreihen fast ausschließlich Miminalpigmentierte sind. Daher nennt Noah das ganze bei der Show dann auch „White People´s Participation in Black History Month Appreciation Week“.
Die Show beginnt mit einem lauten Knall. Eindeutig, wir haben Heimspiel in Berlin. Die Stimmung ist genial. Wir kämpfen permanent mit der Technik, aber die Leute lassen sich nicht davon stören und wir nicht unterkriegen. Beim RaceQuiz gewinnt Noahs Team ganz knapp. IhrTeam-Rep war allerdings auch eine Veteranin. Beim PBV-Test dann mal was neues, mehr als die Hälfte der Leute im Publikum sind wahrscheinlich POC. Bei der “Wo kommst du her”-Story outen sich dann die Weddinger, obwohl, der eine, der so laut war, den kenn ich, der is eigentlich aus Spandau – FAKER!
Es sind sogar Phoenix-Leute aus Detmold und Duisburg angereist, um die Show zu erleben! Respekt an die Headz aus NRW.
In Döbeln hatten uns einige auch auf den “Tribute” angesprochen: “Wir kannten nicht alle. Können wir die Namen kriegen?” In Berlin heißt es eher “Da gibt es noch so viele, die Ihr nennen könntet!”
Die Liste ist jetzt im Netz, als Work In Progress sozusagen - dort nehmen wir gerne noch Vorschläge an (geben allerdings zu Bedenken, dass der „Tribute“-Teil nicht 27 Minuten lang dauern sollte).
Die Kids im Publikum haben noch nach der Show großen Spaß mit Mutlus Lesung: “hahaha, wo kommst du her… AUS ….!” (wir sind nicht so grausam, dass wir hier große Pointen vorwegnehmen würden, also: „Kein PointenKillen Hier“. KPKH.)
Wir sind total geflasht, nicht nur von der Show, sondern auch von dem vielen positiven Feedback, dass wir hinterher bekommen und den ganzen HeldInnen und FreundInnen, die da sind. Das hat einfach total gerockt!
Zur Feier des Tages, des BHM, des Tour-Abschluss und überhaupt genehmigen wir uns dann noch ein paar Red Stripes im Amerika Haus, bevor es weiter geht zu unserer privaten “Aftershowparty” ins Café Rroma in der Boddinstrasse, Neuköllön. Mit dabei diverse Angehörige und FreundInnen. Dort gibt sich Mutlu noch die Kante, mit, wer hätte das gedacht, Bio-Bier und Rum und Noah quatscht mit QuietStorm, frisch in Freiheit, über seine Erlebnisse und wie es nun weitergeht. Unbedingt den Film ansehen:
(zum Hintergrund des Films: http://brotherskeepers.org/blog/2008/08/lebe-deinen-alptraum/ ).
Wir feiern ihn jedenfalls als Held!!
Der Abend endet für Mutlu gediegen im Dönerladen (er ist ja in der Hinsicht auf Entzug, da es in seiner Wahlheimat London einfach keine ordentlichen Döner gibt. Zumindest keine, die dem Standard in Berlin gerecht werden können.) und für Noah auf der Gästecouch einer gefährlichen Historikerin, mit Stoffkamel!
Wir waren noch bis zuletzt geflasht und riefen uns Dinge wie “CONNEWITZ, MEIN NAME IS KERIM, (KPKH) KERIM” und “WIR SIN BBREEID FÜA DIE ÜBANAHME DER REJIERUNGSVERANTWODDUNK” zu.
Fazit der Tour: Wir sind wirklich bereit – für mehr. Erst mal sind wir heiß auf Mai, da gibts nämlich die zweite Tour. Wir sind so geflasht von all dem Support den wir bekommen haben, überall, in Hamburg, Marburg, Döbeln und natürlich in Berlin, in proppenvollen Häusern. Und jetzt sind wir angefixt und hochprofessionalisiert.
Wollt Ihr mehr – dann kriegt Ihr mehr. Hadi Tschüss von Eurem Edutainment Attacke Tour Tagebuch. Lasst was in der Comment Section hören, wir machen dann Witze draus. (Das ist was anderes als darüber.)
Peace, der Sesperado und Nora Snow.
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hallo Noah, hallo Mutlu,
vielen Dank für den Abend in Berlin!! cih habe mich königinnenlich amüsiert und habe Bauch (würde der Herr Schlämmer wohl sagen)vom Lachen…immer noch. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung/Weitergehen Eurer Tour! So gestärkt konnte ich dann heute der Frage meiner Arbeitskollegin ob ich auch ein N…kussbrötchen wolle gestärkt und mit einem Lächeln, Gelassenheit und einem zuckersüßen Kommentar begegnen. Sie war einsichtig!! Und ich war glücklich.
In diesem Sinne..Lg, Monika (phönix-NRW und Berlin)