9 Kommentare zu “Kinderporno-Look: American Apparel ist uncool”

  1. Ich komme auf dem weg zur arbeit jeden Tag an dem Laden Jungfernstieg/Gänsemarkt vorbei und frage mich jedes mal, was für Menschen da einkaufen.

    Außerdem laufen da seit Jahren (also, seit ich da längs gehe) immer die selbe Szenen in den Fernseher, die sie im Schaufenster aufgebaut haben.

    Das die jetzt solche miesen Anzeigen Schalten wundert mich ob der miesen Vor-Ort-Werbung nicht im Geringsten.

    Aber diese „Modefirmen“ haben eh alle einen an der Klatsche

  2. ..man kann es meiner Meinung nach nicht oft genug wiederholen: was immer man ueber Pornographie denkt, sie ist offenbar fehl am Platz ueberall dort, wo ihre Ikonographie das ‘oeffentliche’ nicht nur beruehrt sondern praegt, nicht nur aus ‘Jugendschutzgruenden’, die oeffentliche Ikonographie der entbloessten Frau ist eine dumme Reminiszenz an das Patriarchat und ungefaehr so gibt sich AA’s Gruender ja ‘aus Prinzip’. Der Fall zeigt aber, wie viel Spielraum man als Bekleidungshersteller im 21. Jahrhundert NACH UNTEN hin hat, ohne dabei menschenverachtend, im Gegenteil sogar: besonders human zu gelten. Diese Kinderpornoaesthetik verstaerkt als Ikonogramm den verachtenden Aspekt gegenueber den involvierten Frauen, als sexuelle Botschaft kann sie auch eine Gesellschaft charakterisieren, ich erinnere mich gut daran, dass etwa in Prag grossflaechige Anzeigen die *tatsaechlich* 12-jaehrige leichtbekleidete Maedchen zeigten, seltsam deutlich mit allgegenwaertiger Kinderprostitution korrespondierten, ich glaube in einigen bayerisch-tschechischen Grenzgebieten sprechen sich ~50% aller 12-18jaehrigen Maedchen positiv ueber (die Moeglichkeit ihrer eigenen) Prostitution aus, vielleicht ist der Anteil unter US-amerikanischen Immigrantinnen aehnlich hoch und diese fragen sich, was von einer Gesellschaft zu halten ist, die diesen vergleichsweise leichten Job, sich naemlich als volljaehrige halbnackt praesentieren zu lassen, als menschenverachtend einstuft und gleichzeitig die Bedingungen fuer eine Realitaet (von Kindern) schafft, die diesen Fotoserien evtl. spottet, insofern sieht sich Charney evtl. sogar als Parteinehmer der ‘Entrechteten’ und inszeniert das auf etwas zu dialektische Weise, solche Fotographien entstehen ja nicht im gesellschaftlichen Vakuum.

  3. ..all diese Kinderschaender!!

    Hinter Gitter mit Ihnen, bei Wasser und Brot!!

    Fehlt noch dass sie meinen Hund schaenden!!

    Schaender ueberall!!!

    Gebt ihnen die Knute!

  4. Schmutzfinken!!

  5. nicht nur das- dieses fair trade ding ist eine lüge.
    die behandeln die mitarbeiter wie den letzten dreck.
    psychofirma

  6. … American Apparel! Seit 2007 haben sie ja noch viel neuen Mist gebaut, vor kurzem ging es um dicke Models, die bitte gefälligst – äh, die richtige Einstellung haben sollen, statt sich über AA-Kampagnen lustig zu machen: http://www.feministe.us/blog/archives/2011/09/16/awesome-size-12-model-wins-silly-american-apparel-contest/

    Wenn ich Andreas’ Kommentar mal in der für mich positivsten Weise deute, ist das eine Kritik am (Kinder-)”Schänder”/”schänden”-Begriff, die ich teile – a) weil das Konzept der “Schande” arguably ziemlicher Dreck ist, b) weil diese “Schande” dann auch noch bei dem Menschen gesehen wird, die_der die sexualisierte Gewalt erfahren hat – was bis heute tatsächlich auch genau so in den Köpfen und sozialen Strukturen steckt, wo die Überlebenden/Opfer dieser Gewalt von ihren Familien/ihrem sozialen Umfeld als Verursacher_in/Grund von Problemen gesehen werden, und durch soziale Isolierung und andere Schrecklichkeiten reagiert wird. (Auch und gerade in weißen, christlichen Familien: Das wird ja von Weißen gern mal in rassistischer Weise als special-nie-bei-”uns”-von-gehört!!1!-Erscheinung in migrantischen/muslimischen Communities behauptet.) Äh, deshab wird der Begriff ja auch so gern und oft von Rechten verwendet.

    … laber … jedenfalls: Zum Punkt Begriffskritik an “Schande” wurde mir kürzlich das Buch “Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral” von Raphael Groß empfohlen, der die Kontinuität dieser NS-Moralbegriffe in der Zeit nach dem NS behandele, und die Sinnlosigkeit, anhand dieser selben Werte den NS zu kritisieren. Klang toll, steht bei mir auf der imaginären Liste.

  7. @kiturak: *facepalm* danke für die Nachhilfe zur Begriffskritik an “Schänden”, hab ich so noch nie drüber nachgedacht (hust; schützt vor Reproduktion gewaltvoller Denkkonzepte nicht), also wieder mal DANKE fürs Aufwecken!!

  8. :) Wurde ja selbst geweckt und gebe das insofern samt Blumen gern weiter. Zu dem Buch von Raphael Groß gibt’s auch Rezensionen, die weniger hier-wird-zuwenig-im-Detail-nachgewiesen-WhiteDenialig sind als die, die ich oben verlinkt habe, z.B. diese http://www.tagesspiegel.de/kultur/nationalsozialismus-und-moral-braun-und-sauber/1971026.html

  9. aaargh, und wie konsequent ich hier Raphael Gross‘ Namen falsch schreibe! Verzeihung.

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