Hier eine Petition, warum ab sofort unsere Pförtner/Wachdienstler ein von uns gesammeltes Weihnachts-Trinkgeld kriegen:
- Sie sitzen jeden Tag in einem teuren Gebäude und sehen betuchte Leute ein- und aus-gehen, und wissen, dass wir wissen, dass sie einen Stundenlohn von ca. 5 Euro kriegen
- Sie sind nicht nur zum “hallo”-sagen und Fernsehen da, sondern als Wachdienst (sprich: dafür, unseren Arsch zu beschützen), damit nicht ständig Irre durch’s Gebäude laufen und unsere Schreibtische plündern oder noch langweiligere Sachen machen.
- Das ist eine klassische Dienstleistung, die wir gut finden, weil ohne sie das Leben viel anstrengender wäre. Andere Dienstleistungen sind weniger wichtig, werden von uns aber mit ordentlich Trinkgeld versehen, wie z.B. Restaurant, Taxi, Auto parken, Friseur o.ä.
- Wenn man dem Pförtner jedesmal wie dem Taxifahrer für seine Dienstleistung 50 cent geben würde, wären das 100 Euro im Jahr, pro Person.
- also ist es wohl gar nicht besonders übertrieben (kann man “zu viel” sammeln?), wenn jeder, der in einem dicken Angebergebäude wohnt oder arbeitet, 5 bis 10 Euro locker macht, diese in eine Weihnachtskasse im Sekretariat (oder einen Umschlag) steckt, und damit den PförtnerInnen einen coolen Weihnachts-Zuschuss gibt. Man sollte das nicht als Almosen auffassen, sondern als Wertschätzung für einen Service, in dessen Genuss man schließlich gerne ist (siehe: Restaurant).
- und wehe, es kommt mir noch ein einziger mit der perfide heuchlerischen “ich spende lieber für was wichtiges” – Knauser-Scheiße! Das ist ungefähr so logisch wie “ich hör jetzt lieber nicht damit auf, meine Frau zu verprügeln, weil ich es dieses Jahr viel wichtiger finde, meine Tochter nicht zu verprügeln”. Es hindert Dich wohl kein Mensch daran, den Erdbebenopfern Deinen Fuffi zu überweisen, weil Du einem Pförtner 10% seines eigentlich angemessenen Jahrestrinkgeldes gegeben hast. Ich weiß, was Du verdienst. Trink einfach 2 Glühwein weniger.
- PS: in den USA ist das große weihnachtliche PförtnerInnen-Trinkgeld gang und gäbe, und eine der wenigen sozialen Sachen, die die uns voraus haben. Allerdings gibt da jeder “Bewohner” mindestens einen HUNNI pro Jahr, und die Pförtner-/WächterInnen kriegen mal so richtig Knete am Jahresende! Das fände ich bei uns auch toll, wird nur wahrscheinlich am Neid scheitern, à la “wieso sollen die plötzlich 1000 Euro kriegen, ICH bin doch viel qualifizierter und mir schenkt auch keiner 1000 Euro… usw”. Sollte ich diesen unseren Charakter womöglich schon deutsch-misstrauisch pauschal viel zu düster sehen, dann straft mich bitte Lügen und gebt so viel, wie zusammengekommen wäre, wenn Ihr jeden Tag einzeln Trinkgeld gegeben hättet.
